DEB-Team bucht Olympia-Ticket

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Deutsche Presse-Agentur

„Das ist das Größte, was es gibt für jeden Sportler, und das hat man auch gesehen: Die Mannschaft war motiviert bis in die Haarspitzen“, sagte Kapitän Andreas Renz, der auf seine dritten Winterspiele hoffen darf. In Kanada werden Olympiasieger Schweden, der Olympia-Zweite Finnland und Weißrussland die Vorrunden-Gegner des DEB-Teams sein. Von Bundestrainer Uwe Krupp fiel riesiger Druck ab: „Das war möglicherweise das wichtigste Spiel in meinem ganzen Leben - wichtiger als der Stanley Cup“, sagte der Ex-Verteidiger, der als bisher einziger Deutscher den Meisterpokal in der nordamerikanischen Profiliga NHL gewann. „Die Mannschaft hat so hart gearbeitet, wie man nur arbeiten kann“, fügte Krupp hinzu.

Yannic Seidenberg (23. Minute) und der in Kanada geborene John Tripp (34.) machten bei einem Gegentreffer von Dieter Kalt (31.) den schwer erkämpften Erfolg im Nachbarschaftsduell perfekt und verwehrten den Österreichern die ersehnte Reise nach Kanada. Die letzte deutsche Begegnung gegen Slowenien ist ohne Bedeutung, weil der WM-Absteiger überraschend 4:5 (2:1, 2:1, 0:2) nach Penaltyschießen gegen Außenseiter Japan verlor. Krupp kündigte an, dass seine Schützlinge sich den Fans und den Fernsehzuschauern trotzdem erneut gut präsentieren wollen.

Mit Olympia und der Heim-WM 2010 darf sich das deutsche Eishockey auf ein großes nächstes Jahr freuen, nachdem 2008 die Affäre um die verweigerte Dopingprobe von Florian Busch und die nur mäßige WM in Kanada etliche negative Schlagzeilen bescherten. „Wir haben im vergangenen Jahr ziemlich viel auf den Kopf bekommen, daher ist das auch ein bisschen Genugtuung, über die man sich freuen kann“, sagte Uwe Harnos, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

Er sah das von Krupp erwartete kampfbetonte Spiel, in dem die Österreicher vor 5034 Fans in der nur halb gefüllten TUI-Arena schon im ersten Drittel leichte Vorteile hatten. Ein wenig überraschend fiel deswegen der Führungstreffer durch Seidenberg, der flach aus der Drehung traf und wie schon beim 7:1 über Japan das erste Tor erzielte. Wenig später hatte Sven Felski bei einem Unterzahl-Konter Pech mit einem Lattenschuss (24.).

Doch auch die Österreicher trafen durch Ex-DEL-Profi Gerhard Unterluggauer zunächst nur das Gestänge (30.), ehe Kapitän Kalt zum verdienten Ausgleich abstaubte, weil Lokalmatador Dimitri Pätzold im deutschen Tor den Puck nicht zu fassen bekam. Die Gastgeber steckten das 1:1 aber gut weg: Nur zwei Minuten später segelte in Überzahl ein Schlenzer von Tripp von der blauen Linie aus ins Netz.

Doch auch danach blieben die Deutschen unter Druck und kamen kaum zu einem konstruktiven Aufbau gegen die Österreicher, die gegen Slowenien nach drei Rückständen noch 4:3 nach Verlängerung gesiegt hatten. Eine Strafzeit gegen Christoph Ullmann bescherte dem Austria- Team vier Minuten vor Schluss nochmals Überzahl. Aber die Schützlinge von Krupp, der 2006 bei Olympia in Turin sein erstes Turnier als Bundestrainer bestritt, überstanden die letzte kritische Situation und feierten nach der Schlusssirene.

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