Dawid Kubacki springt aus Stochs Schatten

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Dawid Kubacki
Liebt das Fliegen: Dawid Kubacki, Skispringer aus Polen. (Foto: Daniel Karmann / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Thomas Eßer und Patrick Reichardt

Das Fliegen ist nicht nur auf der Skisprung-Schanze Dawid Kubackis große Leidenschaft. „Das meiste, was ich mache, hat mit der Luft oder mit dem Fliegen zu tun“, beschreibt der polnische Blondschopf und Vierschanzentournee-Champion seine Hobbys.

Der 29-Jährige baut in seiner Freizeit Modellflugzeuge und -Helikopter, ist begeisterter Segelflieger. Auf der Schanze springt er häufig unter dem Radar - der Fokus richtete sich beim polnischen Team bis zuletzt meist auf den zweimaligen Tourneegewinner und dreimaligen Olympiasieger Kamil Stoch. Das wird sich jetzt zumindest für einige Zeit ändern.

Kubacki hat sich vom „König des Sommers“ zu einem ganzjährig starken Skispringer mit Comeback-Qualitäten entwickelt. In einem denkwürdigen WM-Wettkampf unter verrückten Wetterbedingungen sprang er im vergangenen Jahr in Seefeld von Platz 27 nach dem ersten Durchgang noch zu Gold.

„Vor allem mental ist er stärker geworden“, sagt Teamkollege Stoch über den in der Nähe von Krakau geborenen Kubacki. Bundestrainer Stefan Horngacher, der in der vergangenen Saison noch das polnische Nationalteam trainiert hatte, beschrieb seinen früheren Schützling mal als „unaufgeregten Typen“, der „mit beiden Beinen auf dem Boden“ stehe.

Der verheiratete Kubacki, der für den Verein TS Wisla Zakopane springt, ist nicht das Ausnahmetalent wie Stoch und in der Skisprung-Szene eine Art Spätstarter. Aus dem Springer-Quartett mit dem Norweger Marius Lindvik (21), Ryoyu Kobayashi aus Japan (23) und Karl Geiger aus Oberstdorf (26), das bis zuletzt um den Tourneesieg kämpfte, ist Kubacki der Älteste. Seinen ersten und bisher einzigen Weltcupsieg in einem Einzelwettbewerb holte er erst im vergangenen Januar im italienischen Predazzo - mit 28 Jahren.

Während der Tournee gab sich Kubacki betont cool und lässig. Den steigenden Trubel um seine Person blendete er teilweise fast schon demonstrativ aus. Auf der obligatorischen Pressekonferenz der drei bestplatzierten Springer spielte er in Innsbruck auf dem Podium abwesend mit seinem Handy herum. Einen Lacher ließ er sich dann doch entlocken - natürlich ging es um Flugobjekte. „Drohnen interessieren mich nicht“, erklärte Kubacki und lachte. „Die sind zu einfach zu fliegen.“

DIE SIEGERLISTE DER VIERSCHANZENTOURNEE:

JahrSiegerHerkunft
1953Sepp BradlÖsterreich
1954Olav BjörnstadNorwegen
1955Hemmo SilvenoinenFinnland
1956Nikolai KamenskiUdSSR
1957Pentti UotinenFinnland
1958Helmut RecknagelZella-Mehlis
1959Helmut RecknagelZella-Mehlis
1960Max BolkartOberstdorf
1961Helmut RecknagelZella-Mehlis
1962Eino KirjonenFinnland
1963Toralf EnganNorwegen
1964Veikko KankkonenFinnland
1965Torgeir BrandtzägNorwegen
1966Veikko KankkonenFinnland
1967Björn WirkolaNorwegen
1968Björn WirkolaNorwegen
1969Björn WirkolaNorwegen
1970Horst QueckZella-Mehlis
1971Jiri RaskaTschechoslowakei
1972Ingolf MorkNorwegen
1973Rainer SchmidtZella-Mehlis
1974Hans-Georg AschenbachOberhof
1975Willi PürstlÖsterreich
1976Jochen DannebergOberhof
1977Jochen DannebergOberhof
1978Kari YliantillaFinnland
1979Pentti KokkonenFinnland
1980Hubert NeuperÖsterreich
1981Hubert NeuperÖsterreich
1982Manfred DeckertKlingenthal
1983Matti NykänenFinnland
1984Jens WeißflogOberwiesenthal
1985Jens WeißflogOberwiesenthal
1986Ernst VettoriÖsterreich
1987Ernst VettoriÖsterreich
1988Matti NykänenFinnland
1989Risto LaakonenFinnland
1990Dieter ThomaHinterzarten
1991Jens WeißflogOberwiesenthal
1992Toni NieminenFinnland
1993Andreas GoldbergerÖsterreich
1994Espen BredesenNorwegen
1995Andreas GoldbergerÖsterreich
1996Jens WeißflogOberwiesenthal
1997Primoz PeterkaSlowenien
1998Kazuyoshi FunakiJapan
1999Janne AhonenFinnland
2000Andreas WidhölzlÖsterreich
2001Adam MalyszPolen
2002Sven HannawaldHinterzarten
2003Janne AhonenFinnland
2004Sigurd PettersenNorwegen
2005Janne AhonenFinnland
2006Janne Ahonen/Jakub JandaFinnland/Tschechien
2007Anders JacobsenNorwegen
2008Janne AhonenFinnland
2009Wolfgang LoitzlÖsterreich
2010Andreas KoflerÖsterreich
2011Thomas MorgensternÖsterreich
2012Gregor SchlierenzauerÖsterreich
2013Gregor SchlierenzauerÖsterreich
2014Thomas DiethartÖsterreich
2015Stefan KraftÖsterreich
2016Peter PrevcSlowenien
2017Kamil StochPolen
2018Kamil StochPolen
2019Ryoyu KobayashiJapan
2020Dawid KubackiPolen

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