Dauser überwindet WM-Trauma: „Macht mich stärker“

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Lukas Dauser
In alter Stärke zurück: Lukas Dauser. (Foto: Tom Weller / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Ulli Brünger

Nach dem Abgang ballte Lukas Dauser beide Fäuste und spannte alle Muskeln im Körper an. Als wollte er sagen: 'Seht her, ich kann es doch!'

Gut sechs Wochen nach seiner misslungenen Barren-Übung im WM-Gerätefinale in Stuttgart meldete sich der 26-Jährige am Freitag beim 44. Turnier der Meister in Cottbus an seinem Paradegerät eindrucksvoll zurück. Mit der drittbesten Wertung (15,000 Punkte) hinter dem Chinesen Hao You (15,166) und dem ukrainischen Olympiasieger Oleg Wernjajew (15,066) zog der Sportsoldat aus Unterhaching ins Barren-Finale der besten acht Turner am Sonntag (14.00 Uhr) ein.

Sein WM-Trauma hat er überwunden, aber nicht vergessen. „Ich will das gar nicht verdauen“, sagte Dauser der Deutschen Presse-Agentur. „Ich will das in Erinnerung behalten, um daraus zu lernen.“ Eine verblüffende Sichtweise, zumal er in der Stuttgarter Schleyer-Halle eine der bittersten Niederlagen seiner Karriere erlitten hatte. „Das macht mich noch stärker.“

Als Qualifikationsbester und Gold-Kandidat war er im WM-Finale ans Gerät gegangen. Doch bei einer extrem schwierigen Verbindung, dem sogenannten „Makuts“, musste er das Gerät verlassen - und landete auf dem letzten Platz. „Die Enttäuschung war groß“, räumte Dauser ein. „Ich war danach echt müde und in einem kleinen Tal. Das Herankämpfen in der WM-Vorbereitung und die WM selbst haben viel Kraft gekostet.“

Erst mit einigen Wochen Abstand dämmerte ihm, dass er nach einem schwierigen Jahr mit Verletzungen an Hand und Fuß Großes geleistet hatte. Immerhin löste er in Stuttgart mit dem deutschen Turn-Team das Olympia-Ticket und schaffte es an seinem Lieblingsgerät in den Endkampf - ehe ihm das Missgeschick unterlief.

Dauser hat seine Lehren daraus gezogen: „Ich habe meine Übung etwas umgestellt. Das Element, bei dem ich bei der WM abgestiegen bin, turne ich nun weiter vorn in der Übung“, erläuterte er. Mit Erfolg: In der Lausitz-Arena turnte er nicht nur diese Höchstschwierigkeit sauber, sondern auch den Rest der Übung und den Doppelsalto vorwärts mit halber Schraube als Abgang in den Stand. „Es ist super gelaufen.“

Im Finale könne er den Schwierigkeitsgrad seiner Kür gar noch ein wenig erhöhen, meinte er. In jedem Fall muss er die letzten Kräfte mobilisieren: „Ich will einen schönen Jahresabschluss. Ich weiß, dass ich meine Übung sauber turnen kann. Das will ich noch einmal zeigen.“ Wenn dem EM-Silbermedaillengewinner sein Vortrag ähnlich gut gelingt, könnte er seinen WM-Fauxpas vielleicht endgültig zu den Akten legen.

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