Daum in Köln: „Sorgen sind ständige Begleiter“

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Deutsche Presse-Agentur

Ganz Fußball-Köln wartet voller Sehnsucht auf die Rückkehr von Lukas Podolski. Das 0:0 gegen den Karlsruher SC war erneut ein klarer Beweis.

Will der 1. FC Köln künftig mehr sein als Bundesliga-Mittelmaß, braucht die Mannschaft von Chefcoach Christoph Daum neue Kräfte - und trifft Torjäger Milivoje Novakovic nicht, herrscht im Angriff Flaute. Daum entwickelt unter diesen Umständen trotz des komfortablen Abstands zur Gefahrenzone Bedenken: „Ein Trainer, der nicht sorgenvoll wäre, hätte seinen Job verfehlt. Sorgen sind meine ständigen Begleiter.“

Dafür gibt es auch Anlass. Aus vier Heim-Partien holte der Aufsteiger nur zwei Punkte. Zu wenig, um sich nach dem 20. Spieltag auf der sicheren Seite wähnen zu dürfen, obwohl der FC viermal nacheinander nicht verloren hat. Die Zukunft verspricht eine Linderung der Nöte Daums: Aus Karlsruhe wird Sebastian Freis zur neuen Saison zum FC wechseln, das Gefahren-Potenzial des Kölner Angriffs wird sich erhöhen. „Es ist immer schade, wenn Eigengewächse den Verein wechseln“, nahm KSC-Vizepräsident Rainer Schütterle den ablösefreien Transfer zur kommenden Spielzeit vorweg.

Freis setzt die Reihe der KSC-Talente fort, die ihren Stammverein verlassen. Oliver Kahn, Mehmet Scholl, Michael Sternkopf - es gibt Vorbilder für den 23 Jahre alten Angreifer Freis, der im Gegensatz zu seinen zwei Toren beim 3:2 gegen den Hamburger SV in Köln nicht glänzen konnte. Die Folgen einer Grippe setzten ihn matt. „Es wäre unverantwortlich gewesen, ihn weiterspielen zu lassen. Er konnte nicht mehr“, begründete Trainer Edmund Becker die Freis-Auswechslung nach 45 Minuten. Auch Godfried Aduobe (Augenverletzung) konnte nur in der ersten Hälfte mitwirken und musste stationär behandelt werden.

Ob mit oder ohne den bislang sieben Mal erfolgreichen Freis: Der KSC war vor 48 000 Zuschauern im RheinEnergieStadion stets eine Gefahr für den FC und stoppte mit dem 0:0 seine Negativ-Serie von zuvor sechs Auswärts-Pleiten. „Es gibt Schlimmeres, als in Köln einen Punkt zu holen“, meinte Karlsruhes Schlussmann Markus Miller. Doch allein in der Anfangsphase hatten die ehemaligen Kölner Giovanni Federico und Christian Timm drei dicke Chancen zur Gäste-Führung. Und hätte Federico in der Schlussphase die Nerven behalten - der KSC hätte drei Punkte entführt.

So aber erklärte Daum den kolumbianischen Keeper Faryd Mondragon zu seinem „besten Mann“, der das 0:0 festhielt und einen am Ende zufriedenen Coach erlebte. „Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten alles gegeben. Aber wir sind nicht die Mannschaft, die das Spiel machen kann“, analysierte Daum. Jetzt folgt die Reise zu Podolskis Bayern - und dort plant der FC einen Coup. „Wir fahren nach München, um was zu holen. Vielleicht sind es dann sogar drei Punkte“, äußerte sich Kölns Verteidiger Miso Brecko voller Zuversicht.

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