Das neue Werder: Statt Abstiegskampf nun Bayern-Jäger

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Werder-Coach
Bremens Trainer Florian Kohfeldt erwartet seine Mannschaft „gierig“. (Foto: Deniz Calagan / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Lars Reinefeld und Tobias Brinkmann

Vom Abstiegskandidaten zum Spitzenclub: Werder Bremen hat in der bisherigen Bundesliga-Saison eine überraschende Wendung vollzogen.

Bei einem Erfolg am Freitag im Nord-Duell gegen den VfL Wolfsburg (20.30 Uhr) können die Hanseaten zumindest für ein paar Stunden in der Tabelle am Fußballrekordmeister FC Bayern München vorbeiziehen. „Wir können vorlegen und dann angucken, was die anderen machen“, sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

In den vergangenen Jahren kriselte der Club stets im Herbst. Trainer Viktor Skripnik musste im September 2016 gehen, 13 Monate später war für Nachfolger Alexander Nouri Schluss an der Weser. 2018 rangieren die Norddeutschen dagegen mit elf Punkten auf Rang fünf, die Blickrichtung geht steil nach oben. „Positiven Druck hatten wir lange nicht mehr“, erläuterte Kohfeldt. „Das spürt man auch im ganzen Verein. Die Leute haben auch Bock auf diese Spannung.“

Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann haben den Verein, der zwischen 2004 und 2010 unter dem Duo Thomas Schaaf und Klaus Allofs mit einer Unterbrechung Stammgast in der Champions League war, wieder aus dem grauen Ligaalltag befreit. Auch die bislang einzige Niederlage am vergangenen Samstag in Stuttgart (1:2) dürfte kein Rückschlag sein. „Die Mannschaft ist richtig gierig. Sie wird einen Fight abliefern“, kündigte Coach Kohfeldt an.

Die bisherigen Auftritte haben das offensive Saisonziel internationalen Wettbewerb bislang bestätigt. Angeführt von Kapitän Max Kruse über Rekordeinkauf Davy Klaassen, der für rund 15 Millionen Euro vom FC Everton kam, und den nun 40 Jahre alten Claudio Pizarro: Werder hat viel Qualität im Kader. „Werder ist ein spezieller Verein“, sagte Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia. „Sie sind wieder ein bisschen auf dem Werder-Weg. Sie haben gute Verpflichtungen getätigt und wollen wieder nach Europa.“

Dahin will auch der VfL Wolfsburg wieder. Allerdings wartet der Club nach zwei Siegen zum Start seit vier Spielen auf einen Erfolg. Doch nach zwei Jahren Abstiegskampf mit der jeweiligen Last-Minute-Rettung in der Relegation sorgt aktuell Platz sieben nicht für Missstimmung. „Die Art und Weise, wie wir in den vergangenen Spielen aufgetreten sind, die mannschaftliche Geschlossenheit, die Mentalität auf dem Platz: Damit sind wir sehr zufrieden. Darauf können wir aufbauen“, sagte Labbadia.

Werder-Trainer Kohfeldt hat einen kompletten „Umschwung im Sommer“ im Spiel des VfL erkannt. „Sie sind mutiger mit Ball, haben klare Strukturen. Sie sind auf einem guten Weg“, erklärte der Bremer Coach und lobte zudem seinen Trainer-Kollegen: „Ich kann nur den Hut davor ziehen, was sie unter hohem Druck zustande gebracht haben.“ Labbadia warnte dagegen vor zu hohen Erwartungen. „Wir wollen immer das Maximale erreichen, dürfen aber auch keine Luftschlösser bauen“, erklärte er.

Beide Trainer müssen personell am Freitag umstellen. Bei den Bremern fehlt Innenverteidiger Milos Veljkovic wegen einer Gelb-Rot-Sperre, Martin Harnik kann aufgrund einer Muskelverletzung nicht auflaufen. Labbadia bangt um die Einsätze von Ignacio Camacho und Jérôme Roussillon. Der Schweizer Admir Mehmedi wird wegen einer Wadenverletzung nicht dabei sein.

Werder-Wolfsburg bei bundesliga.de

Kader Werder Bremen

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