Danckert: Zweite Chance für DDR-Dopingtrainer

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

Der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert, plädiert für eine „Art Amnestie“ für ehemalige DDR-Spitzensport-Trainer, die durch Doping und Mitarbeit für den Staatssicherheitsdienst der DDR belastet sind.

Bei einer Podiumsdiskussion in Berlin erklärte der SPD-Parlamentarier, 20 Jahre nach der Wende sollten andere Kriterien gelten als 1991/92. „Es kann nicht sein, dass im Sport Maßstäbe Anwendung finden, die wir sonst in der Rechtsordnung nicht kennen“, sagte Danckert und bezog sich auf die Verjährung von Straftaten.

„Auch in der alten Bundesrepublik hat es Doping gegeben“, erläuterte Danckert. „Es darf nicht sein, dass dies im Halbdunkel bleibt. Das staatlich angeordnete DDR-Doping ist durch Materialen der Stasi dokumentiert. Das West-Doping ist hingegen nicht dokumentiert. In der alten Bonner Republik wurde dies in den siebziger und achtziger Jahren von Sport und Politik toleriert.“

Der ehemalige DDR-Kugelstoßer Gerd Jacobs meinte, die Debatte über seinen Ex-Trainer Werner Goldmann sei zu spät gekommen. Der vom Bundesverwaltungsamt als DDR-Dopingopfer anerkannte Jacobs erklärte, einigen ehemaligen DDR-Trainern sollte man im organisierten Sport keine zweite Chance geben. Weiter sagte der 48-Jährige: „Sie haben wissentlich und willkürlich Sachen gemacht, obwohl solche Doping-Anwendungen zum gesundheitlichen Schaden der Sportler führten.“

Jacobs hatte im vorigen Sommer seinen damaligen Trainer Goldmann des Dopings zu DDR-Zeiten beschuldigt. Er trat bei der Diskussion in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft erstmals nach seinem Eingeständnis in der Zeitschrift „Sport Bild“ auf, von 1986 bis 1988 als Stasi-Spitzel gearbeitet zu haben.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen