Damen-Staffel holt Silber hinter Russland

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Deutsche Presse-Agentur

Trotzdem war das erfolgsverwöhnte deutsche Team nicht enttäuscht. „Wir freuen uns über Silber, auch wenn wir Gold wollten“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Die bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften siegreichen Martina Beck, Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Kati Wilhelm mussten die Überlegenheit der Russinnen anerkennen. „Es hätte auch Blech werden können“, sagte Schlussläuferin Wilhelm, die sich über ihre vierte Medaille in Südkorea freute. „Mit drei Strafrunden kann man nicht gewinnen. Deshalb ist Platz zwei okay für uns.“

Das mögliche siebte WM-Staffelgold in der Biathlon-Geschichte vergaben die deutschen Damen am Schießstand. Durch drei Strafrunden von Magdalena Neuner (2) und Kati Wilhelm sowie 14 Nachlader verloren sie zwei Minuten. Im Ziel lag das deutsche Quartett nach 4 x 6 Kilometer 1:15,1 Minuten hinter Russland. „Das Silber glänzt für mich trotzdem wie Gold. Ich lag zwei Tage im Bett, hatte die WM bereits abgeschrieben. Meine Gedanken kreisten bereits um Olympia 2010 und die noch kommenden Weltmeisterschaften“, erzählte Neuner.

Bei der Siegerehrung beglückwünschten die DSV-Damen fair ihre Nachfolgerinnen auf dem Staffel-Thron. Vor WM-Beginn waren aus dem russischen Team Jekaterina Jurjewa und Albina Achatowa wegen Dopingvergehen gesperrt worden. „Wir müssen darauf vertrauen, dass diejenigen, die gedopt haben, erwischt worden sind. Ich glaube, dass die anderen sauber sind“, bemerkte Kati Wilhelm.

Startläuferin Martina Beck übergab nach einem soliden Lauf mit 20,3 Sedkunden Rückstand als Dritte an Magdalena Neuner. „Es war extrem böig. Man muss schon Glück haben, wenn man ohne Nachlader durchkommen will“, sagte sie. Neuner handelte sich die 300 zusätzlichen Meter beim Stehendschießen ein. „Von den Beinen her habe ich mich nach der Erkältung fast besser gefühlt als am vergangenen Wochenende. Das Schießen war heute brutal schwierig“, berichtete sie.

40,3 Sekunden auf die Spitze betrug ihr Rückstand beim Wechsel auf Andrea Henkel. Trotz Schienbeinschmerzen stürmte die Großbreitenbacherin an die Spitze, gab Wilhelm 9,9 Sekunden Vorsprung mit. „Beim Stehendschießen haben die Beine gezittert. Ich war so froh, dass ich mit der Reservepatrone getroffen habe“, sagte sie.

Die bei dieser WM mit zweimal Gold und nun zweimal Silber dekorierte Kati Wilhelm verlor beim ersten Schießen ihre Führung an die blitzschnell treffende Olga Saizewa. Beim finalen Treffen am Schießstand zeigte die Russin erneut keine Nerven, während Kati Wilhelm in die Strafrunde musste. „Schon beim Schießen habe ich gemerkt, dass ich die Russin nicht halten kann. Ich bin froh, dass ich Silber absichern konnte“, betonte sie.

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