Dakar-Pfadfinder von Zitzewitz weist richtigen Weg

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Deutsche Presse-Agentur

Das Volkswagen-Werksteam steht ganz dicht vor dem ersten Sieg bei der Rallye Dakar. Vor dem Finale in Argentinien behaupteten die Wolfsburger ihre Doppelführung.

Der Karlshofer Beifahrer Dirk von Zitzewitz mit Pilot Giniel de Villiers aus Südafrika führt knapp vor dem US-Amerikaner Mark Miller und dem Südafrikaner Ralph Pitchford im zweiten Touareg. Auf der um 225 auf 220 Kilometer verkürzten Etappe von La Rioja nach Cordoba verkürzte Miller seinen Rückstand um 15 Sekunden auf nur noch 2:20 Minuten. Dritter mit einem Rückstand von 1:27:13 Stunden ist Millers Landsmann Robby Gordon im hubraumstarken Hummer. Am Samstag geht es nach Buenos Aires. In der Motorrad-Disziplin steht der vom Start weg führende Spanier Marc Coma kurz vor seinem zweiten Erfolg nach 2006.

Nach der Ankunft im Biwak im argentinischen La Rioja erhielt von Zitzewitz von seinem Piloten höchstes Lob. Vor allem der navigatorischen Meisterleistung des Deutschen hatte es der Südafrikaner zu verdanken, dass er im VW Touareg als Gesamtführender auf die vorletzte Etappe der ersten Ausgabe der Rallye Dakar in Südamerika gehen und auf den ersten Sieg eines Volkswagen-Werkteams bei der härtesten PS-Prüfung für Mensch und Maschine hoffen durfte.

Im Bordbuch seien ein paar Stellen offengelassen, die die Navigation extrem erschwert hätten, meinte de Villiers. „Aber mein Beifahrer Dirk von Zitzewitz hat etwa fünf Kilometer vor dem Ziel viel Zeit für uns gut gemacht, als er am schnellsten den Weg gefunden hat, während andere noch suchten“, sagte de Villiers über seinen „Co“ aus dem norddeutschen Karlshof.

Den Lobeshymnen auf die neue Dakar in der ersten Woche folgte in der zweiten Hälfte immer mehr Kritik an den Organisatoren. Die teils fehlerhaften Angaben in den Bordbüchern brachten etliche Piloten auf die Palme. Das Bordbuch soll vor der Stelle, an der das bis dahin führende VW-Team Carlos Sainz/Michel Perin vier Meter tief in den Abgrund gestürzt war und wegen Perins Schulterblattfraktur aufgeben musste, nicht gewarnt haben. „Wir waren auf dem Weg zum nächsten Wegpunkt unterwegs, ich zählte - wie immer - die Distanz herunter, und als ich 20 Meter ansagte, sind wir in dieses Loch gestürzt“, schilderte Perin den vermeidbaren Un- und Ausfall.

Nach sintflutartigen Regenfällen in der Nacht und wegen unpassierbarer Wasserdurchfahrten war die vorletzte Etappe von La Rioja nach Cordoba von 545 auf 220 Kilometer verkürzt worde. Der Start musste um vier Stunden verschoben werden. Es war bereits die achte Streckenänderung während der diesjährigen Rallye Dakar. Wegen der vielen Änderungen, Verkürzungen und der Absage einer Prüfung wurde bereits ein Fünftel der geplanten Wertungskilometer gestrichen. Die Gesamtkilometer der zeitlich gewerteten Abschnitte reduzierten sich bis Freitag von 5591 auf 4429. Dem Veranstalter wird neben den unzureichenden Bordbüchern eine Fehleinschätzung der neuen Herausforderungen und der klimatischen Bedingungen vorgeworfen.

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