Co-Pilot von Zitzewitz: „Der Lotse zum Sieg“

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Deutsche Presse-Agentur

Im Ziel in Buenos Aires fiel der ganze Druck von Dirk von Zitzewitz ab. Nach über 9500 Kilometern durch Chile und Argentinien hatten er und sein Pilot Giniel de Villiers im VW Touareg mit dem Sieg bei der Rallye Dakar den größten Erfolg ihrer Karriere eingefahren.

„Ich habe kurz nach dem Ziel zu Hause angerufen. Mir ist die Stimme weggeblieben, ich habe weinen müssen. Es war so eine Erleichterung, so eine Freude - einfach unbeschreiblich“, berichtete von Zitzewitz.

Der 40-Jährige aus dem norddeutschen Karlshof hat einen gehörigen Anteil am Triumph für Volkswagen bei der berühmt-berüchtigten Rallye. Mit seinen Navigationskünsten wies er seinen südafrikanischen „Steuermann“ den Weg durch die gnadenlose Atacama-Wüste, über den 4700 Meter hohen San Francisco-Pass und durch die 13 Prüfungen mit insgesamt 4435 Kilometern. Volkswagen feierte das Paar in einer Pressemitteilung als „ein kongeniales Duo“.

„Bei mir herrscht ein Gefühl wahnsinniger Freude und Erleichterung“, meinte von Zitzewitz. „Am Ende lastete ein enormer Druck auf uns. Ich habe erst an den Erfolg geglaubt, als wir die letzte Prüfung hinter uns hatten.“ Der Dakar-Sieger fühlt sich als Extremsportler bei der härtesten Rallye der Welt pudelwohl. Er mag diese Rallye - und diesmal schien die Rallye auch ihn zu mögen.

Von Zitzewitz ist motorsportlich „vorbelastet“. „Mein Vater und mein Bruder fuhren Motorrad-Rennen“, sagt er. „Deshalb war früh für mich klar, dass ich ihnen nacheifern würde.“ Im Alter von 14 Jahren bestritt er sein erstes Rennen. Fünf Jahre später fuhr er in der deutschen Enduro-Meisterschaft praktisch alles in Grund und Boden. 15 Mal wurde er in verschiedenen Klassen deutscher Meister: „Während meines Architektur-Studiums habe ich mich ganz für meine Karriere im Profi-Motorsport entschieden.“

Die Dakar war schon immer seine große Passion. Die Wüste ist auch Teil seines Berufs. Seit Jahren organisiert er Motorrad-Touren. 1997 startete er auf einem KTM-Motorrad zu seiner ersten Dakar, die er mit dem fünften Platz in der Motorrad-Wertung, als „Rookie of the Year“ und als bester deutscher Pilot beendete. 2002 wechselte er von zwei auf vier Rädern und wurde Co-Pilot. 2002 navigierte er den US- Amerikaner Mark Miller im Toyota auf den 19. Platz. 2005 war es dessen Landsmann Robby Gordon, den er im VW Touareg auf den 12. Rang führte.

2007 „betete“ er de Villiers erstmals bei der „Dakar“ vor. Von Zitzewitz ist überzeugt: „Ich habe ein Talent dafür, den richtigen Weg zu finden.“ Am Donnerstag durfte er dies beweisen. Auf der vorletzten Etappe fand als einziger die entscheidende Abkürzung zum Ziel und wies de Villiers den Weg zum Sieg.

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