Chmelar stielt beim Slalom-Finish Riesch die Show

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Deutsche Presse-Agentur

Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch brauchte sich über Platz fünf nicht lange ärgern, sondern konnte sich mit ihrer Vereinskameradin Fanny Chmelar über deren ersten Podestplatz freuen.

Beim Torlauf-Sieg der Französin Sandrine Aubert verpasste die 23- jährige Skirennfahrerin aus Partenkirchenerin als Zweite einen Sensations-Erfolg nur um 6/100 Sekunden. „Das ist ein super Gefühl. Ich weiß auch nicht, wie ich das geschafft habe“, staunte die erst dreimalige Top-Ten-Fahrerin im Weltcup über die Laufbestzeit im zweiten Durchgang. Die WM-Achte Chmelar fuhr von Rang elf auf zwei vor, Riesch fiel von zwei auf fünf zurück. Die kleine Kristallkugel im Slalom hatte sie aber vorher schon sicher gehabt. „Die Kugel ist eine Riesenbelohnung, damit hätte ich am Anfang der Saison nicht gerechnet“, befand die 24-Jährige.

Noch bei Sonnenschein durfte Chmelar den größten Erfolg ihrer Karriere bejubeln. „Das war ein Traumlauf. Ich habe mich schon ein paar Mal gefragt, ob ich das noch in meiner Amtszeit erlebe, dass sie einmal in die Top-3 fährt“, lobte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Im Slalom macht dem Deutschen Skiverband (DSV) derzeit vor allem dank der viermaligen Torlauf-Saisonsiegerin Riesch keiner etwas vor. Als „beste Nation der Welt“ hatte Damen-Cheftrainer Mathias Berthold seine Torlauf-Truppe kürzlich bezeichnet. Nach Maria und Susanne Riesch sorgte nun Chmelar für ein Ausrufezeichen für die Weltcup- Mannschaft, aus der sich Monika Bergmann nach Platz 17 einen Rang vor Gesamtweltcup-Gewinnerin Lindsey Vonn (USA) verabschiedete.

„Das freut mich brutal für Fanny“, sagte Berthold, der aber auch als Trostspender gefragt war. Die weinende Susanne Riesch, die ihr erstes Podest verpasste und als Sechste des ersten Durchgangs im zweiten ebenso wie Kathrin Hölzl ausschied, nahm der Cheftrainer nach deren Ausscheiden in den Arm. Von Maria Riesch gab es aufbauende Worte für die jüngere Schwester. „Ich hätte mir gewünscht, dass Susanne ein gutes Ergebnis schafft“, sagte die 24-Jährige, die sich über den Coup von Chmelar freute. „Schön, dass nicht alles von mir abhängt. Im Slalom holen auch mal andere die Kohlen aus dem Feuer.“

Hinter Maria Riesch reift ein immer schlagkräftigeres Team. „Da sind wir extrem froh drüber, damit man bei einer Verletzung nicht mit leeren Händen da steht“, sagte Maier, der zum Abschluss am Samstag auf Erfolge von Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl und Junioren-Champ Viktoria Rebensburg in deren Spezialdisziplin hofft. Als am Ende des drittletzten Wettkampf-Tages der Weltcup-Saison am Freitag die deutsche Nationalhymne zu Ehren von Maria Rieschs Slalom- Kugel im WM-Ort von 2007 erklang, konnte die DSV-Equipe aber schon jetzt glücklich auf den erfreulichsten Winter seit Jahren zurückblicken.

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