Chelsea-Trainer Tuchel vor seltenem Kunststück

Thomas Tuchel
Könnte binnen eines Jahres mit zwei verschiedenen Clubs das Champions-League-Finale erreichen: Thomas Tuchel. (Foto: Isabel Infantes / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Emilio Rappold und Philip Dethlefs

Thomas Tuchel steht vor einem Kunststück: Nach dem 1:1 in der vergangenen Woche bei Real Madrid hat der Trainer des FC Chelsea beim Halbfinal-Rückspiel am Mittwoch in London beste Chancen, binnen eines Jahres mit zwei verschiedenen Clubs das Champions-League-Finale zu erreichen.

„Wir sind bereit für einen großen Kampf“, sagte der 47-Jährige auf der Clubwebsite. Real Madrid und den Stars um Nationalspieler Toni Kroos, Karim Benzema & Co. droht derweil bei einer Pleite womöglich ein langer Abschied aus Europa. Club-Chef Florentino Pérez hält nämlich weiter stur an seinen Plänen fest, und die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat harte Strafen gegen die Rädelsführer der umstrittenen Aktion nicht ausgeschlossen.

Madrider Medien befürchten daher sogar einen Ausschluss aus der Königsklasse in der kommenden Saison. Davon bedroht seien neben Real auch der FC Barcelona und Juventus Turin, die alle der Superliga noch keine Absage erteilt haben, heißt es.

UEFA-Chef Aleksander Ceferin sprach jüngst von „unterschiedlichen“ Strafen. Auf der einen Seite für die neun Mitgründer-Clubs, die abgesprungen sind, darunter der FC Chelsea, der als erster zurückgerudert war; auf der anderen diejenigen, „die denken, dass die Erde eine Scheibe ist und die Super League immer noch existiert“, wie sich der Slowene vor wenigen Tagen äußerte.

Die Medien aus Spaniens Hauptstadt sind aber davon überzeugt, dass ein Ausschluss von Real auch gegenüber den Geldgebern schwerer durchzusetzen sein werde, wenn Real den fünften Königsklassen-Titel seit 2014 holt. Und ungeachtet des schmeichelhaften 1:1 im Hinspiel geben die Madrilenen im Duell gegen den formstarken „FC Germany“ von Timo Werner, Kai Havertz und Antonio Rüdiger noch lange nicht auf. „Wir werden immer stärker, und wir wollen beide Titel holen (Liga und Champions League)“, sagte Abwehrmann Eder Militão nach dem 2:0-Erfolg am Samstag bei der Generalprobe gegen Osasuna.

Leicht wird es für Chelsea sicher nicht werden. Real ist immerhin seit 19 Spielen in Serie ohne Niederlage. Die Abwehr steht meistens wie ein Bollwerk, und in London sind die eisenharten Sergio Ramos und Ferland Mendy wieder dabei. Trainer Zinedine Zidane muss zwar in der Abwehr auf die verletzten Raphael Varane, Dani Carvajal und Lucas Vázquez verzichten. Aber er setzt im Mittelfeld auf sein gegen Osasuna geschontes Kreativ-Duo. „Kroos und (Luka) Modric haben sich ausruhen können, und das ist gut.“

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir eine starke Leistung brauchen, weil es uns Real Madrid schwer machen wird“, sagte Tuchel am Wochenende nach dem 2:0 gegen den FC Fulham mit einem Doppelpack von Havertz. Man werde „um jeden Zentimeter kämpfen“.

Seit Tuchel das Traineramt bei Chelsea im Januar übernommen hat, geht es stetig bergauf. Vier Spieltage vor dem Ende der Premier League haben die Londoner gute Chancen, Platz vier zu halten, um auch im kommenden Jahr in der Königsklasse zu spielen. Außerdem steht Chelsea im FA Cup im Endspiel. Bei den Blues überwogen nach dem Hinspiel allerdings die Enttäuschung und das Gefühl, dass noch mehr drin gewesen wäre, wenn man die Chancen genutzt hätte.

Werner, der in Madrid eine Großchance vergeben hatte, glänzte gegen Fulham immerhin als Vorlagengeber. Wer wird gegen Real stürmen? „Wir warten und sehen dann, wer in guter Form ist, mit welchem System wir spielen und wo wir versuchen ihnen wehzutun“, sagte der Coach. Mit Blick auf das Comeback von Madrid-Kapitän Ramos sagte er: „Wenn wir ganz ohne Stürmer spielen und Ramos nichts zu bekämpfen hat, könnte das auch eine Lösung sein.“

© dpa-infocom, dpa:210504-99-463986/2

Aussagen von Militão

Tuchel-Aussagen auf Chelsea-Website

Tuchel-Aussagen zu Havertz (Video)

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