BVB verpasst Coup in Manchester: 1:2 nach achtbarem Kampf

Deutsche Presse-Agentur
Heinz Büse und Claas Hennig

Passabler Auftritt, kein Lohn - Borussia Dortmund hat den erhofften Coup im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim hohen Favoriten Manchester City knapp verpasst.

Trotz deutlicher Leistungssteigerung unterlag das Team von Trainer Edin Terzic dem englischen Starensemble beinahe in letzter Minute mit 1:2 (0:1). „Wenn wir mit dem 1:1 nach Hause gehen, sind wir zufrieden“, sagte Abwehrchef Mats Hummels im Streamingdienst DAZN. „So ist mit dem späten 2:1 für City das Gefühl nicht gut, obwohl wir sehr viel richtig gemacht haben heute.“

Im leeren Stadion der „Citzens“ trafen der ehemalige Wolfsburger Kevin De Bruyne (19. Minute) und Phil Foden in der 90. Minute zum hart erkämpften Sieg der Gastgeber. BVB-Kapitän Marco Reus (84.) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Mit dem wichtigen Auswärtstor wahrten die Dortmunder ihre Chancen für das Rückspiel am Mittwoch kommender Woche.

Anders als beim 1:2 gegen Frankfurt drei Tage zuvor hatten Hummels, Reus und ihre Teamkollegen einen couragierten Auftritt geboten. „Das war ein Fight, den wir am besten alle drei Tage zeigen sollten“, sagte Hummels. Torschütze Reus meinte: „Wir reden seit einem Jahr, dass wir Kontinuität in unser Spiel bringen wollen. Wir haben zu wenig Spiele wie heute, wo wir unser Niveau zeigen.“ Das Spiel gegen City „sollte uns Vertrauen geben“. „Es ist erst eine Halbzeit gespielt“, machte Terzic seiner Mannschaft Mut.

Nach der dürftigen Vorstellung gegen die Eintracht in der Bundesliga sah Michael Zorc die Profis in der Bringschuld. „Wir brauchen eine viel, viel bessere Mannschaftsleistung. Was ich sehen will, dass wir eine andere Körpersprache auf den Platz bringen“, forderte der Sportdirektor bei DAZN kurz vor dem Anpfiff.

Der Mut von Trainer Terzic, den erst 19 Jahre alten und in der Königsklasse bisher erst für sieben Minute eingesetzten Ansgar Knauff in die Startelf zu beordern, machte sich zumindest zu Beginn bezahlt. Der BVB erwischte einen guten Start und hatte bei einem von City-Keeper Ederson parierten Schuss von Jude Bellingham (7.) die erste Chance.

Danach übernahmen die Gastgeber, die zuvor 23 der letzten 24 Pflichtspiele gewonnen hatten, die Regie. Begünstigt durch einen Abspielfehler des diesmal im Mittelfeld eingesetzten Emre Can schlug Manchester gleich bei der ersten Torannäherung eiskalt zu. Der ehemalige Bundesliga-Profi De Bruyne leitete den Konter ein und war nach einem Zuspiel von Riyad Mahrez aus kurzer Distanz zur Stelle.

Der Rückstand hinterließ bei der Borussia wenig Wirkung. Anders als zuletzt in der Bundesliga stimmten Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten. Ein vermeintlicher Treffer von Bellingam (37.) nach einem Ederson-Patzer wurde wegen eines angeblichen Foulspiels des Engländers zurückgepfiffen. Das brachte die Gäste um den verdienten Lohn für eine passable erste Halbzeit.

Auch nach Wiederanpfiff lieferte sich der BVB mit dem souveränen Tabellenführer der Premier League ein Duell auf Augenhöhe. So vergab Erling Haaland, bisher bester Schütze der Champions League, in der 48. Minute die große Chance zum 1:1, als er nach schöner Vorarbeit von Mahmoud Dahoud aus kurzer Distanz an Ederson scheiterte.

Von der gewohnten Dominanz bei Ballbesitz waren die „Citizens“ in dieser Phase weit entfernt. Den taktisch gut organisierten Dortmundern gelang es aber nicht, daraus Kapital zu schlagen. Doch auch der Gegner verpasste die Chance auf die frühe Vorentscheidung: Nach Zuspiel von De Bruyne scheiterte Foden (65.) an BVB-Keeper Marwin Hitz.

Mit Beginn der Schlussphase ging die Rechnung der Borussia doch noch auf. Nach sehenswertem Pass des Norwegers Haaland sorgte Reus für den Ausgleich und das erste Gegentor der Engländer in der Champions League seit 790 Minuten. Doch Foden machte das erhoffte Unentschieden zunichte.

© dpa-infocom, dpa:210406-99-107082/4

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