Bundestrainer Szittya: Fröhlich fehlt uns

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Deutsche Presse-Agentur

Basketball-Bundestrainer Imre Szittya macht sich für eine Rückkehr der aus der Damen-Nationalmannschaft verbannten Profispielerin Linda Fröhlich stark.

„Ich hoffe, dass sie wieder für Deutschland spielen wird und im Jahr 2010 bei der EM-Qualifikation wieder dabei ist“, sagte Szittya. Das Fernziel der DBB-Korbjägerinnen heißt Olympia 2012.

Die beim tschechischen Tabellenführer Brünn spielende Linda Fröhlich war Mitte Januar vom Präsidium des Deutschen Basketball Bundes (DBB) aus der deutschen Damen-Nationalmannschaft geworfen worden. „Sie fehlt uns, denn sie ist eine wirkliche Leistungsträgerin. Ihre Führungsqualitäten haben wir zuletzt in der EM-Qualifikation vermisst“, meinte Szittya.

Fröhlichs Suspendierung hatte der DBB-Vorstand damit begründet, dass die 29-Jährige trotz intensivster Bemühungen des Verbandes zum wiederholten Mal nicht zu EM-Qualifikationsspielen angereist war. Fröhlich wiederum hatte ihr Fernbleiben mit Verhandlungen mit Brünn entschuldigt. „Durch das Hinauszögern in der Verhandlungsphase, um das Antreten für den DBB zu ermöglichen, habe ich letztendlich 75 000 Dollar verloren“, sagte sie.

Der Rauswurf aus der Nationalmannschaft hat die 29-Jährige jedoch schwer getroffen. „Es tut sehr weh“, sagte die oft als Dirk Nowitzki des deutschen Frauen-Basketballs bezeichnete Korbjägerin. Fröhlich hat offen gelassen, ob sie sich eine Rückkehr vorstellen könnte. „Momentan konzentriere ich mich auf meine Saison hier in Brünn. Die Europaliga beginnt. Und ich hoffe, dass wir da weit kommen. Und danach fangen die Playoffs an“, sagte sie.

Die Teilnahme an den Spielen in London ist nach Fröhlichs Ansicht für die deutschen Korbjägerinnen nicht unerreichbar. „Ich glaube, 2012 haben wir eine Chance. Aber es muss mehr in den Damen-Basketball investiert werden. Der Einsatz der Damen ist da, denn schließlich opfern all diese Spielerinnen ihren Sommer. Viele verzichten in diesen Monaten auf ihr Einkommen. Es muss sich einfach ändern, dass die Nationalmannschaft zum teuren Hobby wird. In den meisten Ländern werden heutzutage Nationalspieler finanziell unterstützt und manche sogar bezahlt, Frauen genauso wie Männer“, sagte Fröhlich und fordert Gleichberechtigung. Deutschland müsse sich, um längerfristig mithalten zu können, früher oder später diesem Trend anpassen. „Nicht nur im Männer- sondern auch im Frauenbereich.“

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