Bundespräsident verleiht „Großen Stern des Sports“

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Deutsche Presse-Agentur

Eine sportliche Reise „in 80 Tagen um die Welt“ hat dem Turnverein Altstadt 1920 den „Großen Stern des Sports“ in Gold und 10 000 Euro Preisgeld beschert.

Bundespräsident Horst Köhler ehrte in Berlin den Verein aus der nur 1800 Einwohner zählenden Saarland-Gemeinde für seine außergewöhnliche Initiative. Angelehnt an den weltberühmten Roman von Schriftsteller Jules Verne hatten die etwa 1000 Vereins-Mitglieder in 80 Tagen mit 100 356 Kilometern die Erde mehr als zweieinhalb Mal umrundet - per Rad, zu Fuß, auf Inlinern oder Schlittschuhen.

„Mit dem Preis ehren wird alle jenen Ehrenamtlichen, die sich täglich bemühen, das Motto 'Sport tut Deutschland gut' zu verwirklichen“, erklärte Horst Köhler, der mit seiner Antwort auf die Frage, welchem Verein er selbst zuerst angehört habe, die Lacher bei der Auszeichnungs-Veranstaltung auf seiner Seite hatte. „Mein erster Sport-Verein war ein Judo-Verein in Ludwigsburg. Ich war damals ein Raufbold“, gestand das Staatsoberhaupt.

Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), würdigte das Engagement der 91 000 deutschen Sportvereine mit ihren 27,5 Millionen Mitgliedern. „Sie tragen zur besseren Integration von Migranten bei, sorgen für ein Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Sportlern. Auch im Gesundheits- und Präventivbereich sind die Vereine eine ganz wichtige soziale Komponente unserer Gesellschaft“, sagte Bach. „Der Bundespräsident hat gesagt: Sport ist ein Grundnahrungsmittel. Damit spricht er uns aus dem Herzen.“

Die „Sterne des Sports“ werden seit 2004 verliehen. An der fünften Ausschreibung hatten sich mehr als 2500 Vereine beteiligt, die besten 17 von ihnen wurden auf Bundesebene geehrt, nachdem sie sich zuvor auf kommunaler (Bronze) und Landesebene (Silber) behauptet hatten.

„Ich komme mir vor wie das Sterntaler-Mädchen, so viele Sterne haben wir jetzt aufgefangen“, freute sich Stephanie Deutscher, die 1. Vorsitzende des TV Altstadt 1920, nach der Auszeichnung vor fast 500 Gästen. „Es ist eine hohe Ehre, heute vom Bundespräsidenten geehrt zu werden. Nie hatten wir damit gerechnet“, fügte sie strahlend hinzu. Das Geld wolle der Verein jetzt nutzen, um neue Projekte ins Leben zu rufen und noch mehr Mitglieder zu gewinnen. „Es wird nicht in der Vereinskasse verschwinden“, meinte sie.

Auf Platz zwei (Preisgeld 7500 Euro) kam bei der von den Volks- und Raiffeisenbanken in den zurückliegenden Jahren mit mehr als zwei Millionen Euro unterstützten Initiative der TSV Berlin-Wittenau, der sich vor allem für den Seniorensport verdient macht vor der TSG Reutlingen (5000 Euro), die mit immer neuen Ideen den Sport von 470 behinderten Mitgliedern in 41 Sportgruppen inspiriert.

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