Bruchlandung für Riesch - Sieg für Lindell-Vikarby

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Deutsche Presse-Agentur

Kurz vor den wichtigsten Rennen des Alpin-Jahres hat Maria Riesch eine Ausfall-Misere zu verkraften.

Eine Woche vor der WM und wenige Tage vor dem Heim-Weltcup kassierte die Skirennfahrerin vom SC Partenkirchen im Super-G in Cortina d'Ampezzo mit dem zweiten Aus nacheinander und dem dritten in den letzten fünf Rennen einen weiteren Rückschlag. „Ich hätte mir schon gewünscht, dass ich mit ein bissel mehr Selbstvertrauen da hinfahren kann. Aber vielleicht habe ich jetzt weniger Druck und kann da voll runterhauen“, sagte die 24-Jährige, die bei ihrem Sturz unverletzt blieb. Ihren ersten Sieg im Weltcup bejubelte dagegen die Schwedin Jessica Lindell-Vikarby. Die 24-jährige Skandinavierin gewann klar mit 0,81 Sekunden vor der Österreicherin Anna Fenninger und der Schweizerin Andrea Dettling.

Trotz einer nur mittelmäßigen Vorstellung baute die Amerikanerin Lindsey Vonn als Achte mit 914 Punkten ihre Führung im Gesamtweltcup auf Riesch (810 Punkte) und die ebenfalls gestürzte Schwedin Anja Pärson aus, die gleichauf mit Kathrin Zettel aus Österreich auf Rang drei liegt (beide 775). Vor zwei Wochen hatte noch Riesch mit einem Vorsprung von 113 Zählern auf Vonn geführt.

Disziplin-Weltcup-Titelverteidigerin Riesch und Pärson, die an der selben Stelle stürzten, brachten sich mit Fahrfehlern selbst um die große Chance zur Aufholjagd. Kurz nachdem die ebenfalls unverletzt gebliebene Schwedin ihr Material von der Pista Olympia delle Tofane aufgesammelt hatte, erwischte es auch die Partenkirchenerin in der Rechtskurve - sie schlidderte auf dem Bauch liegend in den Fangzaun. Schnell gab sie Entwarnung, hob die Hand und zerstreute die Sorgen einer möglichen Verletzung. „Dass es an der selben Stelle passiert wie Anja, ist auch ein bisschen Ironie des Schicksals“, sagte sie.

Die kleine Ausfall-Misere von Riesch kommt kurz vor den am 2. Februar im französischen Val d'Isère beginnenden Weltmeisterschaften denkbar ungünstig. „Das ist ein wichtiger Moment in ihrer Karriere. Jetzt kommt sofort das Heim-Rennen und dann beginnt schon die WM, bei der sie eine Medaille will“, sagte Martina Ertl-Renz im Bayerischen Fernsehen. Die letzte deutsche Einzel-Weltmeisterin riet Riesch, sich jetzt „ganz abzuschotten“.

Während sich Rieschs Vereinskamerad Felix Neureuther beim Nachtslalom im österreichischen Schladming auf die Weltcup-Aufgabe am heimischen WM-Ort von 2011 einstimmt, wollte die zehnmalige Weltcup-Siegerin die nächsten beiden Tage vor allem zum Slalom-Training nutzen. „Damit ich zumindest im Slalom gescheit angreifen kann“, sagte die viermalige Torlauf-Seriensiegerin. Für den Super-G am Samstag in der Heimat rechnet sie sich nicht allzu viel aus. „Im Super-G habe ich noch nicht so die super Saison gehabt. Einmal 24. mit einem Riesenfehler, dann ausgeschieden und ausgeschieden. Da kann man nicht von erfolgreichen Super-G-Serie sprechen.“

In der Disziplin-Wertung, für die Viktoria Rebensburg (Kreuth) als 47. Punkte verpasste, ist derzeit nicht an eine Titelverteidigung zu denken. Hier ist Riesch nach drei von sieben Rennen mit mageren sieben Pünktchen auf dem 39. Platz. Es führt die Italienerin Nadia Fanchini mit 205 Punkten. Gina Stechert (Oberstdorf) belegt hier den 25. Platz - sie fehlte in Cortina und soll in Garmisch wieder angreifen.

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