Bronze für deutsche Mixedstaffel dank Peiffer

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Deutsche Presse-Agentur

Der WM-Debütant war der Garant für die sechste Medaille der deutschen Biathleten in Pyeongchang: Mit einem fantastischen Sturmlauf legte Arnd Peiffer den Grundstein für Bronze in der Mixedstaffel.

Der Sieg ging nach 1:10:30,0 Stunden erstmals in der erst fünfjährigen WM-Geschichte des Rennens über je zweimal 6 Kilometer der Frauen und 7,5 Kilometer der Männer an Frankreich. 6,2 Sekunden dahinter holte Schweden Silber. Vorjahres-Weltmeister Deutschland vergab in der Besetzung Andrea Henkel, Simone Hauswald, Arnd Peiffer und Michael Greis durch elf Nachlader den möglichen Sieg und lag im Ziel 9,0 Sekunden zurück.

Als Vater des Erfolgs wollte sich der 21 Jahre alte WM-Neuling aber nicht feiern lassen. „Das wäre etwas hoch gegriffen“, meinte Peiffer bescheiden. Dabei hatte der Team-Youngster nach soliden Vorstellungen von Henkel und Hauswald, die erst wenige Stunden vor dem Start von ihrem Einsatz anstelle der erkälteten Magdalena Neuner erfahren hatte, den Rückstand auf die Spitze um fast eine Dreiviertelminute auf 4,5 Sekunden verkürzt. Als einziger des deutschen Quartetts lief der zur Oberhofer Trainingsgruppe von Mark Kirchner gehörende Dritte der Junioren-WM Rundenbestzeit.

„Ich hatte ein bisschen Angst vorm Liegendschießen, weil der Wind im Vergleich zum Anschießen gewechselt hatte“, bekannte der 1,85 Meter große Skijäger aus Clausthal-Zellerfeld. „Doch dann ist mir auf Raketen-Ski ein richtig toller Wettkampf gelungen“, sagte Peiffer überglücklich nach der drittschnellsten Einzelzeit der gesamten Konkurrenz. „Bei meiner ersten WM gleich eine Medaille. Besser kann die Quote nicht sein. Ich freue mich riesig.“

Dass er sich mit der Leistung nun auch für die Männer-Staffel am Sonntag angeboten hat, wollte er nicht kommentieren. „Ich kam als Ersatzmann hierher und bin sehr froh, dass ich den Einsatz bekommen habe. Ich werde nun aber nicht feiern, sondern mich weiter so vorbereiten, als würde ich starten“, bemerkte der Saison-Aufsteiger.

Als Schlussläufer Michael Greis auf Platz eins zum letzten Schießen stürmte, hatte Deutschland Gold im Visier. Doch dann schoss der dreimalige Olympiasieger dreimal daneben. „Ich bin selbstkritisch genug. Ich hatte mir mehr ausgerechnet“, sagte Greis und verriet: „Mit der dritten Reservepatrone musste ich treffen. Ich wusste: eine Strafrunde könnte Blech bedeuten, ein Treffer aber Bronze und ich habe gedacht: Bitte, bitte Bronze.“

Im Biathlon-Krimi benötigten die Deutschen insgesamt elf jeweils zehn Sekunden dauernde Nachlader und damit fünf Reservepatronen mehr als die Franzosen und sogar acht mehr als Schweden. „Die Medaille ist trotzdem eine wunderbare Sache. Da will ich nichts kritisieren“, sagte Herren-Bundestrainer Frank Ullrich. Frauen-Chef Uwe Müssiggang wertete das Edelmetall des Vierers sogar noch auf. „Man merkt, dass sich die Einstellung zur Mixedstaffel verändert hat. Es ist eben einfacher, zwei gute Männer und zwei gute Frauen an den Start zu bringen. Das sind immer spannende Rennen“, betonte er. Alfons Hörmann schwärmte von einem „wunderbaren Wettbewerb“. Der Vizepräsident des Weltverbandes hofft sogar auf baldige olympische Weihen.

Noch vor dem Start des Staffelrennens hatten sich mehr als 20 Mannschaften, darunter auch die deutsche, verpflichtet, im Kampf gegen Doping eine härtere Gangart einzuschlagen. Sie forderten lebenslange Sperren für überführte Blut-Doper sowie scharfe Sanktionen gegen deren nationale Verbände. Rekordsieger Ole Einar Björndalen kündigte eine Sportler-Sitzung in vier Wochen an.

Nach Informationen der ARD sollen sich die russischen Biathleten Jekaterina Jurjewa, Albina Achatowa und Dmitri Jaroschenko mit einem EPO-Biosimilar gedopt haben. Dies berichtete der Sender. Nach Bekanntwerden der prominenten Dopingfälle vor WM- Beginn war zunächst über ein neuartiges EPO-Präparat der sogenannten dritten Generation spekuliert worden.

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