Bremen und München unter Druck

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Deutsche Presse-Agentur

Auf internationaler Bühne gefeiert, in der Bundesliga zuletzt gescholten: Beim einstigen Spitzen-Duell Werder gegen Bayern stehen der Letzte und 16. der Rückrunden-Tabelle mächtig unter Druck.

Vor dem „Super-Sonntag“ mit insgesamt drei Bundesliga- Spielen ist in Bremen und München trotz der eindrucksvollen Europa- Kür jegliche Euphorie verboten. „Wir müssen in der Bundesliga nachlegen“, forderte Trainer Jürgen Klinsmann deutlich. Noch können die Bayern dank des 5:0 bei Sporting Lissabon weiter auf drei Titel hoffen, dürfen sich aber keine weitere Niederlage erlauben. Der UEFA- Cup-Erfolg gegen den AC Mailand schürte bei Werder Hoffnungen auf eine Trendwende im zuletzt erfolglosen Kampf um Punkte.

Für einen möglichen Aufschwung der Bremer will Stürmer Claudio Pizarro sorgen: Zum Rückrunden-Auftakt gesperrt und beim 1:2 bei Energie Cottbus noch aussortiert, brennt der Peruaner auf einen Einsatz gegen seinen ehemaligen Verein: „Wir denken jetzt nur an die Bayern.“ Bereits im September hatten Pizarro und Co. dem „Projekt Klinsmann“ in München mit einem 5:2 tiefe Kratzer zugefügt. „Wir haben zwei Möglichkeiten: Das Ergebnis vom Hinspiel an die Wand in der Kabine hängen oder die Tabelle“, beantwortete Klinsmann scherzhaft die Frage nach möglichen Motivationsformen.

Als Nutznießer der Krise bei den wankelmütigen Etablierten präsentiert sich der Hamburger SV. Doch auch der VfL Wolfsburg, Gegner des Spitzenreiters und UEFA-Cup-Achtelfinalisten, formuliert forsche Ansprüche: „Wenn wir beim HSV gewinnen, dann rückt der Titel in Sichtweite“, sagte der Japaner Yoshito Okubo selbstbewusst. Beim Europapokal-Aus gegen Paris St. Germain (1:3) hatten sich die „Wölfe“ jedoch noch wie beim Weltrekordversuch in der Disziplin „Auslassen von Großchancen“ angestellt.

Die dritte Partie am „Super-Sonntag“ steht ebenfalls unter dem Motto „Wiedergutmachung“. Der VfB Stuttgart will nach dem Scheitern im UEFA-Cup gegen Zenit St. Petersburg (1:2) den Anschluss an Platz fünf halten, dem Karlsruher SC droht der Absturz. Doch selbst der streitlustige und derzeit verletzte KSC-Verteidiger Maik Franz versuchte die Brisanz aus dem badisch-schwäbischen Duell zu nehmen: „Ich werde nicht einen Tropfen Öl ins Feuer gießen, vor dem ohnehin schon brisanten Derby.“

Karlsruhe ist auf Rang 17 gerutscht - die übrigen Abstiegskandidaten erleben hingegen einen Höhenflug. Schlusslicht Borussia Mönchengladbach drängt bei Hertha BSC Berlin mit guter Laune auf den zweiten Erfolg in Serie. „Zum Gärtner von den Außenanlagen des Olympiastadions habe ich noch ein gutes Verhältnis. Er erkundigt sich stets nach meinen Rosen“, scherzte Trainer Hans Meyer vor der Fahrt in die Hauptstadt, wo er ein halbes Jahr arbeitete. Der VfL Bochum und Energie Cottbus rangieren vor ihrem Aufeinandertreffen am Samstag sogar im ersten Drittel der Rückrunden-Tabelle.

Weniger erfolgreich war der Start ins Jahr 2009 für Borussia Dortmund, das in vier Partien nur drei Punkte holte. Nachdem BVB-Fans den Mäzen Dietmar Hopp von 1899 Hoffenheim in Mannheim per Transparent ins Fadenkreuz genommen hatten, rief der Revierclub seine Anhänger vor dem Rückspiel zu Fairness auf. Auch beim Tabellenzweiten gibt es Ärger abseits des Rasens: Doch trotz der Affäre um Andreas Ibertsberger und Christoph Janker planen die Badener mit beiden Profis, die vor drei Wochen zu spät zur Dopingprobe erschienen waren. Ungeachtet der Unruhe im eigenen Club glaubt Sejad Salihovic dank der stolpernden Konkurrenz weiter an den großen Coup: „Ich hoffe, dass wir am Ende oben stehen. Es wäre ein Traum, deutscher Meister zu werden.“

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