Borussia Dortmund plant Zukunft mit Klopp

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Deutsche Presse-Agentur

Die lange Suche ist zu Ende. Nach vielen Fehlgriffen und Trennungen setzt Borussia Dortmund in der Trainerfrage auf Kontinuität. Obwohl Jürgen Klopp beim Revierclub erst im Sommer die Arbeit aufnahm, soll der bis 2010 datierte Vertrag schon bald vorzeitig verlängert werden.

Der zu Saisonbeginn aus Mainz verpflichtete Fußball-Lehrer ist nicht abgeneigt, auf diesen Vorschlag der Vereinsführung einzugehen: „Man kann auf meine Bereitschaft setzen. Unglücklich ist, wer nicht erkennt, dass etwas gut ist. Und es ist richtig gut hier bei Borussia Dortmund“, sagte Klopp in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Immerhin acht Trainer verschliss der BVB seit dem Ende der erfolgreichen Ära von Ottmar Hitzfeld 1997. Nicht zuletzt deshalb wurde der Wechsel von Klopp nach Dortmund von Bedenken begleitet. Doch binnen weniger Monate erbrachte der 41 Jahre alte Diplom- Sportlehrer den Nachweis, auch fernab seiner sportlichen Mainzer Heimat erfolgreich arbeiten zu können. „Es ist schön, dass sich dieser Gedanke als abwegig erwiesen hat. Nicht nur ich weiß jetzt, dass ich es kann“, sagte er.

Anders als in den vergangenen Jahren ging es beim Revierclub in dieser Winterpause beschaulich zu. Das werten Fans und Vereinsspitze vor allem als Verdienst von Klopp. Der Kumpeltyp, der sich trotz seiner Nähe zu den Profis Respekt verschafft, hauchte der siechenden Mannschaft neues Leben ein. Vor allem seine Umbauarbeiten in der Defensive zeigten beachtliche Wirkung: Die noch in der vorigen Saison als Schießbude verspottete BVB-Abwehr kassierte in der Hinserie die zweitwenigsten Gegentore.

Nicht nur in sportlicher Hinsicht machte sich die Verpflichtung von Klopp bisher bezahlt. Sein Abschied von der TV-Bühne als ZDF-Fußball-Experte tat seiner Popularität keinen Abbruch. Zur Freude von Sportdirektor Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke steht Medienliebling Klopp im Mittelpunkt des Interesses und schlägt sich auch als Imageträger des Vereins prächtig. Zorc ist voll des Lobes: „Er passt sehr gut zu diesem Verein und in diese Region.“

Selbst das öffentliche Wehklagen von Reservist Alexander Frei und die Auseinandersetzung mit Schiedsrichter Jochen Drees beim Spiel in Hamburg, die ihm eine Geldstrafe von 12 000 Euro einbrachte, überstand Klopp ohne Kratzer. Voller Tatendrang und mit viel Optimismus sieht er der Rückrunde entgegen. „Wir sollten stärker sein als in der Vorrunde.“

Hoffnungen, seinen Kader im Sommer mit üppigen Transfers verstärken zu können, kann sich Klopp jedoch nicht machen. Watzke stellte für die kommenden Monate eine „hanseatisch-nüchterne“ Geschäftspolitik in Aussicht. Inmitten der Wirtschaftskrise wird sich der Coach weiterhin mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln zufriedengeben müssen. „Es wird Schrammen und Beulen geben - auch für den BVB“, orakelte Watzke.

Dennoch erwägt Klopp eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Sein Respekt, er könnte beim einstigen Champions-League-Sieger wie viele seiner Vorgänger Opfer großer Erwartungen werden, hält sich in Grenzen: „Mein großes Plus als Trainer ist es, dass ich das Gefühl, entlassen zu werden, nicht im Ansatz in mir trage.“

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