Bob: Martini WM-Dritte - Kiriasis abgeschlagen

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Die erfolgsverwöhnten deutschen Bobpilotinnen sind erstmals seit 2001 ohne WM-Titel geblieben. Seriensiegerin Sandra Kiriasis aus Winterberg verpasste nach ihrem WM-Hattrick sogar eine Medaille in Lake Placid und landete auf einen enttäuschenden siebten Rang.

Nur Cathleen Martini und Janine Tischer aus Oberbärenburg konnten auf der gefährlichsten Eispiste der Welt am Mount van Hoevenberg etwas die Fahrlinie halten und sicherten sich mit 62/100 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Britinnen Nicola Minichiello und Gillian Cooke WM-Bronze. Zweite wurden Shauna Rohbock und Elana Meyers aus den USA. Das Oberhofer Duo Claudia Schramm/Nicole Herschmann fuhr auf Platz neun.

„Diesen Startrückstand konnten wir nicht aufholen, zudem war mein letzter Lauf auch wirklich schlecht. Jetzt werden viele sagen, warum ist sie nicht gleich mit Patricia Polifka gefahren. Doch ich wollte es mit Berit Wiacker von Anfang bis Ende durchziehen. Dies müssen wir unter der Lektion Lernen abhaken“, sagte Kiriasis, die im letzten Lauf mit Polifka fuhr und plötzlich eine deutlich bessere Startzeit hatte.

Nach dem ersten Tag, der massive Probleme am Start offenbarte, kritisierten die Verantwortlichen noch die schlechte Startspur, da Kiriasis als erste Starterin ins Rennen ging. Doch in den Läufen zwei und drei verbesserten sich die Startzeiten von Kiriasis/Wiacker nur unwesentlich, so dass nach einer erneuten Verletzung von Wiacker der Wechsel erfolgte. Das Fehlen ihrer Weltmeister-Anschieberin Romy Logsch, die nach Streitereien mit ihrer Pilotin die Heimreise antreten musste, wurde bei den Titelkämpfen mehr als deutlich. Zudem war Kiriasis nach den Vorfällen der letzten Tage nicht frei im Kopf. Fast zwei Zehntelsekunden Rückstand zur Weltklasse sind bei den Titelkämpfen nur mit blitzsaubereren Fahrten in der Eisrinne wettzumachen.

Obwohl Kiriasis bislang sechs von insgesamt acht Rennen in Lake Placid gewann, leistete sie sich einen Patzer nach dem anderen. „Ich hatte immer an der Kurve 14 den gleichen Fehler“, sagte die Olympiasiegerin, die bei einer WM zuletzt 2004 unter ihrem Mädchennamen Prokoff gegen Susi Erdmann eine empfindliche Niederlage einstecken musste. Damals wurde sie im Finallauf noch um eine Hundertstelsekunde abgefangen.

Martini, die mit Janine Tischer im Vergleich zur Weltspitze ebenfalls am Start mit rund einer Zehntelsekunde Nachteile hatte, fuhr vier solide Fahrten. „Es war ein sehr hartes Rennen, die Minichiello hat verdient gewonnen. Meine letzte Fahrt war nicht so optimal, doch ich bin absolut zufrieden mit der Medaille“, sagte die Sächsin.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen