Blatter: Weiter Vorzug für WM-Einzelkandidaturen

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Deutsche Presse-Agentur

Bei den nächsten Fußball-Weltmeisterschaften werden sich eventuell wieder zwei Länder gemeinsam um die Ausrichtung bewerben können.

Man erwäge, wieder Doppelkandidaturen zuzulassen, erklärte der Präsident des Weltverbandes FIFA, Joseph Blatter, auf einer Pressekonferenz am Rande des 61. Kongresses des Südamerika-Verbandes Conmebol. Konkurrenzfähige Einzelbewerbungen würden aber weiterhin den Vorzug vor Doppelkandidaturen bekommen, sagte Blatter in Paraguays Hauptstadt Asunción.

Nach den Erfahrungen bei der WM 2002, die von Japan und Südkorea ausgerichtet worden war, hatte die FIFA weitere Weltmeisterschaften in zwei oder mehreren Ländern ausgeschlossen. Um die Ausrichtung der WM-Endrunde 2018 wollen sich nun unter anderem Spanien und Portugal sowie Belgien und die Niederlande gemeinsam bewerben.

Blatter betonte in Asunción, für die Weltturniere 2018 und 2022 gebe es noch keine offiziellen Kandidaturen: „Es gibt lediglich Wunsch- und Absichtäußerungen.“ Bewerbungen angekündigt haben bisher auch die USA, Japan, Indonesien, Australien und Katar sowie aus Europa England und Russland. Potenzielle Interessenten können sich bis zum 2. Februar für die WM 2018 und 2022 offiziell bewerben.

In Paraguay erklärte sich der FIFA-Chef außerdem besorgt angesichts des zunehmenden Handels mit minderjährigen Fußballern. Er schlug deshalb vor, dass die Vereine ihre Fußballspieler schon ab dem achten Lebensjahr registrieren. Eine solche Registrierung müsste auch für Fußballschulen gelten. „Das wäre eine Form, die Jüngsten zu schützen“ und „wenig transparente Geschäfte“ zu vermeiden, sagte er.

Ungeachtet der Wirtschaftskrise betonten Blatter und andere Funktionäre, dass die Lage des Weltfußballs in Ordnung sei. Blatter meinte, in Krisenzeiten sei aber „Solidarität“ mit kleineren Verbänden und Vereinen nötig. „In Krisenzeiten wollen die Menschen Hoffnung und Emotionen, und der Fußball kann das bieten.“

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