Björn Phau im Glück - Kiefer und Schüttler raus

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Deutsche Presse-Agentur

Der eine spielte sich vom Reservisten ins Rampenlicht, dem anderen blieb auf dem Centre Court nur die Rolle des Lehrlings. Björn Phau und Nicolas Kiefer erlebten beim ATP-Masters-Turnier in Miami zwei völlig verschiedene Gefühlswelten.

Während Phau als „lucky Looser“ ins Hauptfeld nachrückte und nur 57 Minuten später bei einer 6:2, 2:0-Führung durch die verletzungsbedingte Aufgabe seines spanischen Kontrahenten Albert Montanes in die dritte Runde einzog, war Kiefer gegen den Weltranglisten-Zweiten Roger Federer chancenlos. Der Hannoveraner verlor sein Drittrunden-Duell gegen den Schweizer in nur 71 Minuten klar mit 4:6, 1:6. Für Kiefer war es im 15. Aufeinandertreffen mit Federer die zwölfte Niederlage.

Rainer Schüttler war schon auf dem Weg ins Achtelfinale, brach jedoch nach einem starken Auftakt gegen Gilles Simon aus Spanien ein und schied aus. Der Korbacher verlor gegen den Weltranglisten-Achten nach 1:36 Stunde mit 6:3, 1:6, 1:6. Schüttler hatte Simon nach gewonnenem ersten Satz zu Beginn des zweiten Durchgangs den Aufschlag abgenommen und führte mit 1:0. Anschließend verlor der 32-Jährige jedoch zehn Spiele nacheinander und lag somit aussichtslos zurück.

Björn Phau konnte unterdessen seine Glückssträhne kaum fassen und überlegte, ob er an seinem „Super-Samstag“ nicht noch schnell einen Lotto-Schein ausfüllen sollte. Der 29-Jährige aus Weilerswist war zunächst für Richard Gasquet ins Hauptfeld gerückt, nachdem der Franzose aufgrund einer Verletzung nicht zu seiner Zweitrunden-Partie gegen Albert Montanes antreten konnte, und stand keine Stunde später sogar in Runde drei. „Das ist für mich natürlich glücklich, aber so will eigentlich keiner gewinnen“, meinte Phau anschließend.

Nachdem er im Finale der Qualifikation an John Isner aus den USA gescheitert war und somit den direkten Weg ins Hauptfeld des mit 4,5 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Turniers verpasst hatte, stand er auf der Reservistenliste ganz oben. Und so kam Phau drei Tage lang täglich morgens zur Anlage und verließ diese am Abend wieder unverrichteter Dinge. „Das waren auf keinen Fall schöne Tage, deshalb ist das jetzt vielleicht ein bisschen Gerechtigkeit“, meinte der Weltranglisten-80., der jetzt auf Victor Troicko aus Serbien trifft.

Als strahlende Gewinnerin präsentierte sich in der Damenkonkurrenz Anna-Lena Grönefeld. Die 23-jährige Nordhornerin hatte gleich doppelten Grund zur Freude. Zum einen besiegte sie in ihrem Zweitrunden-Match die favorisierte Italienerin Sara Errani mit 6:4, 6:3. Zum anderen steht sie jetzt Superstar Venus Williams gegenüber. „Für solche Duelle lebt man als Tennisspielerin. Ich freue mich unwahrscheinlich, gegen sie zu spielen - dazu noch auf dem Center Court.“ Beide bisherigen Duelle - darunter ein Zweitrundenmatch 2005 in Miami - hat Grönefeld klar verloren. „Ich werde versuchen, mich nur auf mich und mein Spiel zu konzentrieren und sie unter Druck zu setzen. Das ist die einzige Möglichkeit, denn sobald sie am Drücker ist, wird's schwer“, weiß Grönefeld.

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