„Big George“ und „Smokin' Joe“ feiern Geburtstag

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Deutsche Presse-Agentur

Als Joe Frazier und George Foreman in den 70er Jahren jeweils gegen Muhammad Ali im Ring standen, Schläge ausgeteilt, Schmerzen eingesteckt und Schweiß vergossen haben, waren Millionen Menschen weltweit begeistert.

Sie waren die Hauptdarsteller in den drei besten Schwergewichtskämpfen der Box-Geschichte, haben für unvergessliche Momente gesorgt, sind lebende Legenden. Am 10. Januar wird Foreman 60 Jahre alt, Frazier feiert am Montag 12. Januar seinen 65. Geburtstag.

Beide blicken auf eine erfolgreiche Karriere und eine große Familie zurück. Foreman hat zehn Kinder, Frazier sogar elf. Als Amateure wurden die beiden Amerikaner Olympiasieger, als Profis Helden. Dabei teilen „Smokin' Joe“ und „Big George“ vor allem ein Schicksal: beide verloren ihren jeweils größten Fight gegen Ali - und wurden dadurch zu Legenden. Foreman unterlag als amtierender Weltmeister gegen „The Greatest“ am 30. Oktober 1974 in Kinshasa im sogenannten „Rumble in the Jungle“. Es war die erste Niederlage für den K.o.-König, der 37 seiner bis dato 40 Kämpfe vorzeitig gewonnen hatte. Auch gegen Ali begann er druckvoll, doch seine gefürchteten Schlagkombinationen verfehlten ihre Wirkung.

„Ist das alles, was du drauf hast George“, hatte ihm Ali immer wieder zugeflüstert, ehe bei Foreman mit zunehmender Kampf-Dauer die Kräfte schwanden und er in der achten Runde K.o. ging. Schon im Vorfeld hatte sich der Texaner viele Sympathien verspielt, weil er mit einem Schäferhund auftrat, was die einheimische, zairische Bevölkerung an die Polizei während der belgischen Kolonialzeit erinnerte. Am 1. Oktober 1975 hatte dann Frazier seinen Ali-Alptraum. Nachdem er ihn am 8. März 1971 im „Kampf des Jahrhunderts“ noch besiegt hatte, unterlag Frazier diesmal im „Thrilla von Manilla“ nach 14 Runden.

Das Duell war weit mehr als nur ein Kampf um die Schwergewichtskrone - es war purer Hass. Frazier nannte Ali bei dessen bürgerlichen Namen, Cassius Clay. Ali bezeichnete Frazier als „Gorilla“, „Onkel Tom“ und „Neger des weißen Mannes“. „Er hat geschlagen, ich habe zurückgeschlagen. Aber bei beiden hatte es nichts mehr mit Technik oder Taktik zu tun, sondern nur noch mit Instinkt“, erinnert sich Frazier an die 14. Runde, als sein Auge zugeschwollen war. Ein Jahr später beendete ausgerechnet Foreman mit seinem zweiten Sieg im zweiten Kampf gegen Frazier dessen Karriere.

Zwar versuchte er 1981 ein Comeback, scheiterte jedoch. Foreman hingegen kehrte nach einem zehnjährigen Intermezzo als Prediger 1987 erfolgreich in den Ring zurück. Am 4. November 1994 wurde er im Alter von 45 Jahren durch einen Überraschungserfolg gegen Michael Moorer ältester Schwergewichts-Weltmeister aller Zeiten. Seinen Titel verteidigte er fünf Monate später - wenn auch umstritten - gegen Axel Schulz. Aus dem Boxer ist längst ein erfolgreicher Businessmann geworden. Foreman verkaufte mehr als 95 Millionen seiner nach ihm benannten Grills, und veräußerte die Namensrechte für 137,5 Millionen Dollar. Zudem hat er eine erfolgreiche Health-Food-Restaurantkette, wirbt für spezielle Diabetiker-Schuhe und Vitamin-Shakes. „Die persönlichen Auftritte sind entscheidend. Die Leute wollen dich anfassen, dich kennenlernen. Dann kaufen sie dich auch“, sagt er.

Wenn Foreman nicht auf Dienstreise ist, wohnt er in einer Suite eines Nobelhotels in Manhattan. Frazier hingegen steht noch heute fast täglich im Ring, trainiert in seinem Fitness-Zentrum in Philadelphia Nachwuchsboxer. Sein Disput mit Muhammad Ali ist immer noch nicht beigelegt. Er wartet immer noch auf eine Entschuldigung, sagt Frazier, woraufhin Ali gegenüber Journalisten betonte: „Wenn Sie Frazier sehen, sagen Sie ihm, er ist immer noch ein Gorilla.“

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