Bielefeld sucht nach Torgefahr im Abstiegskampf

Frank Kramer
Will mit Bielefeld den Abstieg verhindern: Trainer Frank Kramer. (Foto: Friso Gentsch / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Nikolai Huland

Die Lage im Abstiegskampf für Arminia Bielefeld könnte prekärer sein.

Der Druck ist in Ostwestfalen vergleichsweise gering, die Stimmung unter Trainer Frank Kramer wirkt zuversichtlich, und in der Tabelle ist vor dem Freitagsspiel gegen den SC Freiburg (20.30 Uhr/DAZN) der Sprung aus der Abstiegszone möglich. Doch nach zuletzt kämpferisch starken und von den Ergebnissen her ordentlichen Partien sucht der Aufsteiger für die letzten Wochen der Bundesliga-Saison dringend mehr Torgefahr. „Wir müssen einfach klarer spielen“, fordert Manuel Prietl, Mittelfeldmotor des Tabellen-17.

Sollten das und ein Sieg gegen Freiburg gelingen, würden die Sorgen der Keller-Konkurrenz aus Köln (wie Bielefeld 23 Punkte), Mainz (25) und Berlin (25) noch deutlich wachsen. Bielefeld tritt seit Wochen stabil auf und würde bei einem Erfolg am Freitag am Ende des 28. Spieltages mindestens den Relegationsrang sicher haben. Zumindest bis zum Samstag würden die Ostwestfalen sogar Hertha BSC von Platz 14 verdrängen. Und ein Sieg würde auch einen Makel von Trainer Kramer nehmen, der in der Bundesliga als Coach noch nie ein Heimspiel gewann - bei bisher acht Gelegenheiten mit Hoffenheim, Fürth und Bielefeld.

Die Frage ist allerdings, ob es seinem Team wirklich gelingt, mehr Offensivpower zu entwickeln. Bislang schoss das Team um Kapitän und Stürmer Fabian Klos 21 Tore - nur Schalke mit 17 Treffern jubelte seltener. Und in den vergangenen vier Heimpartien traf die Arminia gar nicht. Auch auswärts zuletzt beim Kellerduell mit Mainz lief nach vorne bei der Arminia fast gar nichts zusammen. Andreas Voglsammers Freistoß-Nachschuss beim 1:1 fand mit reichlich Glück den Weg ins Netz.

Gegen die in der Offensive ersatzgeschwächten Freiburger werde seine Mannschaft wieder versuchen, „aktiv“ zu agieren, um so die Gäste zu Fehlern zu zwingen, kündigte Kramer am Donnerstag an. Daraus müssten die Spieler dann „Kapital schlagen“, indem sie schnell vor das Tor kommen. Die Mannschaft wolle sich möglichst viele solcher Situationen schaffen. „Wenn wir eine Topleistung bringen, haben wir eine Chance zu punkten.“

Zuversicht bietet der Arminia grundsätzlich das vergleichsweise einfache Restprogramm. Nach dem Spiel gegen die Freiburger, die aus dem Rennen um die Europapokal-Ränge fast raus sind und zuletzt drei von vier Liga-Spielen verloren, warten beispielsweise Duelle mit Augsburg und Schlusslicht Schalke.

Hoffnung machen aus Bielefelder Sicht auch die stets engagierten Auftritte der Arminia. Seit dem Trainerwechsel sei die Spielweise „intensiver“, sagt Prietl. Es sei auch durch viel Laufarbeit gelungen, das Zentrum zu verdichten. Trainer Kramer, der Anfang März von Uwe Neuhaus übernahm, formuliert die Marschroute so: „Wir müssen in der Bundesliga für jeden Punkt hart arbeiten und die richtige Einstellung an den Tag bringen.“

Wenn die Arminia dieses Pensum durchhält, dürfte sie immer wieder die Spiele offen halten und lange auf den Klassenverbleib hoffen. Spektakel werden ohnehin nicht erwartet. „Abstiegskampf ist nun mal keine Galavorstellung“, sagte Club-Präsident Hans-Jürgen Laufer nach dem Mainz-Spiel der „Neuen Westfälischen“. Zudem lastet auf den Profis wohl weniger Druck in Sachen Abstiegskampf als bei der Konkurrenz. Laut Präsident Laufer wäre der Verbleib in Liga eins ein „Geschenk des Himmels“.

© dpa-infocom, dpa:210408-99-127268/3

Infos zu dem Spiel auf bundesliga.de

Bericht Neue Westfälische

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