Biathlon-Weltverband will Doping-Sünder benennen

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Deutsche Presse-Agentur

Einen Tag vor Beginn der WM in Südkorea droht dem Biathlonsport der nächste handfeste Doping-Skandal. Der Weltverband IBU will am Freitag die Ergebnisse der B-Proben von drei dopingverdächtigen Athleten präsentieren.

Sind auch die zweiten Analysen positiv, würden die Skijäger von der WM in Pyeongchang ausgeschlossen und für zwei Jahre gesperrt werden. Die IBU hat für Freitag (6.00 Uhr MEZ) eine Pressekonferenz anberaumt, bisher aber keine Namen genannt. Der russische Sportminister hatte bestätigt, dass es sich um Biathleten seines Landes handelt.

Bereits am Donnerstag berichtete das Internetportal „allsport.ru“, unter Berufung auf das Anti-Doping-Labor in Lausanne, auch die B-Proben seien positiv gewesen. Bei der Analyse sei eine russische Variante des Blutdopingmittels EPO gefunden worden. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

In der vergangenen Woche waren positive A-Proben am Rande des Weltcups Anfang Dezember in Östersund bekanntgeworden. Der russische Sportminister hatte bestätigt, dass es sich um Biathleten seines Landes handeln würde. Daraufhin brachten russische Medien die Namen der teils mehrfachen Weltmeister Albina Achatowa, Jekaterina Jurjewa und Dmitri Jaroschenko ins Spiel. Das Trio gehört noch zum russischen Aufgebot, trainierte aber in den vergangenen beiden Tagen nicht.

Die IBU hielt sich entsprechend ihrer Regeln bisher mit Namen zurück. Generalsekretärin Nicole Resch durfte nur bestätigen, dass es sich „um mehrere positive A-Proben“ handelt. „Wir hoffen, dass am Freitag die Analyse der B-Proben vorliegt. Bestätigen sie das Ergebnis der A-Probe, würden die bisherige provisorische Sperre der betroffenen Sportler fortgeschrieben“, erklärte sie. Ein von der IBU unabhängiges Juristen-Gremium würde dann die Sanktionen festlegen.

Für das erste Wettkampf-Wochenende mit den Sprints am Samstag und den Verfolgungsrennen am Sonntag der Damen und Herren erwarten die Organisatoren nach dem angesagten Dauerregen komplizierte Bedingungen. Im Stadion gibt es keinen Schnee. Nur die Loipen sind mit einer zwischen 15 und 30 Zentimeter dicken Kunstschneeauflage belegt. Für die weitere Woche sind wieder Minustemperaturen angesagt, so dass die nur noch geringen Schneereserven im „Alpensia Biathlon Center“ aufgefüllt werden können. „Durch die Bedingungen sind die von Haus aus schon schweren Strecken noch komplizierter zu laufen“, sagte Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang.

„Wenn die Wettervorhersagen eintreffen - und das haben sie hier bisher immer - sollte man sich in einer hinteren Startgruppe auslosen lassen. Das Privileg der Startgruppenwahl haben von uns Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Kati Wilhelm aufgrund ihrer guten Weltcup- Platzierungen“, meinte Müssiggang, der davon ausgeht, dass die Temperaturen im Laufe des Rennens sinken und die Loipe fester wird. „Wer sich am besten darauf einstellt, wird im Vorteil sein.“ Männer- Chef Frank Ullrich kritisierte dagegen: „Ich hätte erwartet, dass es mehr Schneereserven gibt, um die Loipen besser präparieren zu können.“

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