Beckham vor Rekordeinsatz - Ribéry gegen Messi

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Deutsche Presse-Agentur

Beckham greift nach dem Rekord, Ribéry und Messi treffen sich zum „Rendezvous“: Drei der populärsten Mittelfeldstars stehen im Mittelpunkt des Interesses, wenn am Mittwoch 38 Fußball-Nationalmannschaften zum ersten Länderspiel-Großkampftag des Jahres antreten.

Nach dem 2:1-Sieg gegen Vize-EM-Champion Deutschland will England mit „Becks“ im Freundschaftsspiel gegen Spanien auch den Europameister schlagen. Der frühere England-Kapitän David Beckham, von Los Angeles Galaxy derzeit an den AC Mailand ausgeliehen, hofft dabei auf seinen 108. Einsatz im „Three Lions“-Dress - ebenso viele wie Englands Fußball-Legende Sir Bobby Moore, der bisher alleiniger Rekordhalter als Feldspieler hinter Keeper Peter Shilton (125) war.

„Nachdem wir in Deutschland gewonnen haben, glauben wir, dass wir es mit jedem Team des Planeten aufnehmen können“, tönte Verteidiger Rio Ferdinand von Meister Manchester United vor dem Match in Sevilla. Der Vize-Kapitän brach zugleich eine Lanze für seinen früheren Club- Kollegen Beckham. „Ich verstehe nicht, dass man sich darüber streitet, dass er den Rekord einstellt. Nur weil Becks so eine große Persönlichkeit in der Unterhaltungswelt geworden ist, glauben die Leute, er verdiene es nicht“, sagte Ferdinand. „Wer mehr als 100 Mal für England spielt, muss ein guter Spieler sein. Niemand nimmt Bobby Moore etwas weg. Er hat den Pokal in die Luft gehalten, als England 1966 Weltmeister wurde - der einzige, der das für England getan hat.“ Ein neuer Einsatz-Rekord würde Moores Leistungen nicht trüben.

Englands Nationaltrainer Fabio Capello lobte derweil die Gastgeber für ihren „fantastischen, sehr schnellen“ Fußball. „Aber wir sind stark, ich habe großes Vertrauen in meinen Mannschaft“, sagte der Italiener, der auf Liverpool-Kapitän Steven Gerrard und Manchester- Stürmer Wayne Rooney verletzungsbedingt verzichten muss. Am Dienstag kehrte Luke Young (Aston Vila) wegen einer Zehenverletzung zu seinem Verein zurück, sein angeschlagener Club-Kollege Emile Hesky und Shaun Wright-Phillips (Manchester City) reisten dagegen mit nach Spanien.

Auf spanischer Seite machte Liverpool-Coach Rafael Benitez Schlagzeilen; er protestierte dagegen, in Torwart Pepe Reina, Xabi Alonso, Alvaro Arbeola, Albert Reira und Fernando Torres gleich fünf seiner Asse an Nationalcoach Vicente del Bosque abstellen zu müssen. Insbesondere Torjäger Torres sei noch nicht fit, sagte Benitez. Der EM-Star freute sich dagegen auf den Einsatz gegen England: „Ich bin bereit und möchte speilen. Jeder möchte in der Nationalelf spielen.“

Während die DFB-Auswahl in Düsseldorf Norwegen herausfordert, ragt aus den übrigen Partien das Duell von Ex-EM-Champion Frankreich mit Ex-Weltmeister Argentinien heraus. Dabei treffen Bayern Münchens französischer Alleskönner Franck Ribéry und Argentiniens Jungstar Lionel Messi (FC Barcelona) direkt aufeinander. Und auf der Bank der Südamerikaner sitzt in Diego Maradona ein weiterer Weltstar. „Wir spielen gegen den Vizeweltmeister. Das ist kein Freundschaftsspiel“, erklärte Maradona, der der Zeitung „Clarín“ gestand, dass die Offensive der „Blauen“ mit Vollstrecker Thierry Henry und Vorbereiter Ribéry „angsteinflößend“ sei. „Aber wir haben Männer, die verhindern werden, dass beide an den Ball kommen.“ Um Ribéry soll sich als Sonderbewacher dessen Münchner Teamkollege Martín Demichelis kümmern.

Verzichten muss Maradona auf Spielmacher Riquelme, dafür kann er in Marseille erstmals auf dessen potenziellen Nachfolger Messi bauen. Zudem setzt Maradona auch auf Sergio Aguéro (Atlético Madrid), Javier Mascherano (FC Liverpool) und Carlos Tévez (Manchester United). Gastgeber Frankreich geht auch mit „voller Power“ ins Spiel. „Es ist keine Zeit für Experimente“, sagte der umstrittene Coach Raymond Domenech, der 2008 in 14 Länderspielen nur sechs Siege einfuhr und viermal als Verlierer vom Platz ging. Bei der EM schied sein Team bereits in der Vorrunde aus. Nicht zuletzt deshalb steht der „verrückte Professor“ nun mächtig unter Zugzwang.

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