Beckham redet Klartext: Will in Mailand bleiben

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Deutsche Presse-Agentur

David Beckham hat so deutlich wie nie zuvor seinen Willen bekundet, weiter für den AC Mailand zu spielen und nicht zu Los Angeles Galaxy zurückzukehren.

„Ich habe den Wunsch geäußert, zu bleiben. Nun liegt es an Mailand und Galaxy, sich zu einigen“, sagte der frühere Kapitän der englischen Fußball- Nationalmannschaft in Glasgow, wo der italienische Spitzenclub ein Testspiel gegen Glasgow Rangers (2:2) ausgetragen hatte. Der 33 Jahre alte Mittelfeldstar ist seit Anfang des Jahres bis zum 9. März vom Club der amerikanischen Major League Soccer an Milan ausgeliehen.

Beckham widersprach gleichzeitig früheren Äußerungen von Mailands Vize-Präsident Adriano Galliani, der erklärt hatte, Beckhams Anwälte würden bereits mit dem US-Club verhandeln. „Im Moment reden meine Vertreter nicht mit Galaxy“, sagte Beckham, „derzeit liegt es nicht in meiner Hand. Ich habe meinen Wunsch aber gegenüber beiden Vereinen klar gemacht. Ich genieße meine Zeit bei Mailand noch viel mehr, als ich es erwartet hätte.“

Bis auf weiteres sei er aber ein Galaxy-Spieler, betonte der Weltstar. „Ich achte Galaxy und alles, was sie für mich getan haben, aber ich hoffe, die beiden Vereine können sich einigen.“ Nach zehn Jahren bei Manchester United und vier bei Real Madrid hatte Beckham 2007 einen millionenschweren Fünf-Jahres-Vertrag in Los Angeles unterschrieben, war seitdem aber eher als Fotomodell und globale Werbefigur denn als Fußballspieler aufgefallen. Seit seiner Ankunft in San Siro erzielte Beckham aber bereits zwei Tore und eroberte mit Milan den zweiten Tabellenplatz in der Serie A.

Beckham verneinte die Frage, ob er seinen Wechsel in die USA rückblickend als Fehler betrachte, ließ aber durchscheinen, dass das niedrige Niveau der US-Liga eine Rolle bei seinem Wechselwunsch spielt. „In meinem Alter die Chance zu erhalten, auf so einem Level zu spielen, ist ziemlich unglaublich“, sagte Beckham über seine bisherige Zeit bei Milan, „das ist nicht als Kritik an der Major League Soccer und dem Fußball dort gemeint, der wird sich weiter verbessern, aber das wird noch ein paar Jahre brauchen.“

Bei einer Fortsetzung seines italienischen Abenteuers rechnet sich Beckham nicht zuletzt bessere Chancen auf eine Fortsetzung seiner internationalen Karriere aus. „Becks“ trat nach Englands enttäuschendem Viertelfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland vom Kapitänsamt zurück und blamierte sich wie der Rest der Mannschaft danach bei der gescheiterten Qualifikation für die EM 2008. Unter dem neuen Nationaltrainer Fabio Capello kam er mit Gelegenheitseinsätzen bis auf ein Match an den Feldspielerrekord von Legende Sir Bobby Moore (108 Einsätze) heran.

„Ich will 2010 bei der Weltmeisterschaft dabei sein“, kündigte Beckham an, „und die beste Chance, das zu erreichen, habe ich, wenn ich in Mailand bleibe.“

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