Beckenbauer warnt Klinsmanns Bayern

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Deutsche Presse-Agentur

Franz Beckenbauer warnt - Lukas Podolski darf hoffen: Ausgerechnet im Bundesliga-Heimspiel des FC Bayern München gegen „seinen“ heiß und innig geliebten 1. FC Köln könnte der seit Monaten im Abseits stehende Nationalspieler wieder zu einer Option für Jürgen Klinsmann werden.

Eine Achillessehnen-Reizung bei Torjäger Luca Toni könnte „Prinz Poldi“ zur Hochzeit des Karnevals zumindest wieder einen Platz auf der Ersatzbank des Rekordmeisters bescheren. „Ob Lukas Podolski zurück in den Kader muss, ist allein Sache von Jürgen Klinsmann“, äußerte Vereinspräsident Beckenbauer in seiner „Bild“-Kolumne zurückhaltend - einen „kaiserlichen“ Rat gab der ehemalige DFB-Teamchef seinem Ex-Schützling Klinsmann dennoch: „Ein Poldi in Bestform kann jedoch immer ein Spiel entscheiden.“

Auch Manager Uli Hoeneß preschte nach der 1:2-Pleite gegen Hertha BSC vor und verwies angesichts der Ungewissheit bei Toni auf den immer noch auf der Münchner Lohnliste stehenden Podolski. „Im Sturm können wir aus dem Vollen schöpfen. Lukas ist wieder gesund. Er wird demnächst wieder im Kader sein“, kündigte Hoeneß an.

Womöglich schon gegen Köln. Denn mit Tonis Problemen ist nicht zu spaßen, wie eine Kernspin-Untersuchung am Sonntag ergab. „Wir müssen aufpassen, dass es nicht chronisch wird“, bemerkte Hoeneß. Toni musste wegen der Reizung der Achillessehne am rechten Fuß bereits in Berlin nach 30 Minuten vom Platz. Der Italiener habe die Verletzung „schon die ganze Woche mit sich rumgeschleppt“, berichtete Klinsmann. Eine Reduzierung der Trainingsbelastung hatte keinen Erfolg gezeigt. Klinsmann bangt um Toni: „Er ist ein wichtiges Element für uns.“

Podolski könnte zum Auftakt der „englischen Wochen“ zumindest als „Joker“ wieder wichtig werden beim FC Bayern, für den er letztmals am 5. November beim 1:1 in der Champions League beim AC Florenz auf dem Platz stand. Seitdem war er entweder krank oder verletzt, verpasste die Rückrunden-Vorbereitung - und machte nur noch mit dem spektakulären Rücktransfer nach Köln zur neuen Saison Schlagzeilen.

Zuletzt nominierte ihn auch Bundestrainer Joachim Löw nicht mehr für das Länderspiel gegen Norwegen (0:1). Erste Alternative für Toni in der Startelf gegen Köln wäre aber Landon Donovan, auch wenn der US-Amerikaner in Berlin zwei große Torchancen ausließ. Donovan stehe „klar“ vor Podolski, betonte Klinsmann.

In der Tabelle rangieren sogar gleich drei Teams vor den Bayern. Und anders als Klinsmann und Hoeneß, die den Sprung an die Spitze auch nach der Pleite in Berlin nur als eine Frage der Zeit ansehen, ist Beckenbauer nicht mehr vom 22. Meisterschafts-Gewinn seines Clubs überzeugt: „Bayern ist nicht mehr der Titelfavorit. Alle fünf oder sechs führenden Teams können die Schale holen.“

Eine Woche vor dem Champions-League-Achtelfinale richtete Beckenbauer nach der schon vierten Münchner Saison-Niederlage einen Warnruf an Klinsmanns Star-Ensemble: „So langt es weder in der Bundesliga noch in der Champions League gegen Sporting Lissabon.“ Gegen Hertha hätten die Ideengeber Franck Ribéry und Zé Roberto auf der sonst so starken linken Flanke einen „schwarzen Tag“ erwischt, urteilte Beckenbauer, der auch Nationalspieler Bastian Schweinsteiger einen Rüffel verpasste: „Unser rechter Flügel lahmt ohnehin.“

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