Beckenbauer sieht Manager Müller als „Opfer“

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Deutsche Presse-Agentur

Franz Beckenbauer sieht den beim FC Schalke 04 beurlaubten Manager Andreas Müller als Bauernopfer.

„Ich glaube nicht, dass Müller zu viele Fehler gemacht hat. Ich denke, er hat alles richtig gemacht. Lediglich die Ergebnisse haben nicht gestimmt“, sagte der Bayern-Präsident und Premiere-Experte beim Champions-League-Spiel der Münchner gegen Sporting Lissabon (7:1). Aus Beckenbauers Sicht hat Müller auch „die richtigen Spieler geholt“, die am Anfang auch eingeschlagen hätten.

Natürlich sei man auf Schalke enttäuscht, weil der Verein sehr viel Geld investiert habe. „Möglicherweise hat man ein bisschen die Geduld verloren. Das hat mich ein wenig verwundert, denn ich bin davon überzeugt, dass man mit diesem Trainer und diesem Kader Erfolg haben wird. Man hat jemanden geopfert, den Manager“, betonte der „Kaiser“, der viel von der Arbeit von Trainer Fred Rutten hält.

Medienberichte, wonach der ehemalige Nationaltorwart Oliver Kahn ein Kandidat für die Müller-Nachfolge sei, kommentierte Beckenbauer zurückhaltend. Er riet dem 39 Jahre alten früheren Bayern-Keeper ab. „Oliver Kahn ist, so glaube ich, noch in der Findungsphase. Ich würde ihm zum jetzigen Zeitpunkt abraten, solch einen verantwortungsvollen Posten zu übernehmen. Das hat nichts mit dem Verein Schalke 04 zu tun, sondern mit der Aufgabe. Ich denke, dass er dafür noch nicht bereit ist.“

Auch der frühere Fußball-Trainer Udo Lattek glaubt, dass ein Manager-Novize wie Kahn noch nicht reif sei für eine solche Mission. „Kahn wird vielleicht später einmal ein erstklassiger Manager sein. Aber er hat null Erfahrung. Und dann direkt in diese Grube bei Schalke hinein, wo der Teufel los ist. Der müsste sich erstmal freischwimmen und so einen Mann kann man eigentlich nicht nehmen“, sagte DSF-Experte Lattek. Er plädiert für einen „ganz starken Mann“, der „mal richtig aufräumt. Einer, vor dem auch die Spieler Respekt haben und der auch vor den Gremien nicht zuckt“. Den Richtigen zu finden, sei sehr schwierig, so Lattek: „Der Manager, der zu Schalke passt, muss noch gestrickt werden.“

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