BBL sorgt sich wegen Finanzkrise

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur

Auf dem Parkett der SAP-Arena zauberten die Stars der Basketball-Bundesliga, aber hinter den Kulissen sorgten sich die Club-Manager um die Zukunft ihrer Sportart.

„Wir werden deutliche Schwierigkeiten im Sponsoring bekommen“, sagte der Präsident der Basketball-Bundesliga (BBL), Thomas Braumann, beim BBL- Allstar-Day in Mannheim. Nach ersten Schätzungen des Beratungs-Unternehmens „Sport + Markt“ müssen die Vereine angesichts der Finanzkrise in der kommenden Saison mit Mindereinnahmen in Höhe von fünf bis zehn Millionen Euro rechnen. Ein herber Schlag für eine Liga, in der mit den Paderborn Baskets just an diesem Wochenende ein weiterer Verein mit Finanzproblemen an die Öffentlichkeit trat.

Die hübschen Kabinettstückchen beim 98:97-Sieg der Nord-Auswahl gegen das Südteam sorgten da nur kurzzeitig für Ablenkung. „Wir haben die Clubs aufgefordert, die Analysen in ihren Planungen zu berücksichtigen“, sagte Braumann, der wie Geschäftsführer Jan Pommer von der Entwicklung in Paderborn überrascht wurde. Bei den dortigen Baskets hatte sich der neue Präsident Wolfgang Walter am Freitag mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewandt und davon gesprochen, die für den Spielbetrieb verantwortliche Paderborn Baskets Team GmbH stehe kurz „vor einer möglichen Insolvenz“.

„Für uns kam die Pressemitteilung am Freitag auch unerwartet. Wir befinden uns jetzt in der Analysephase“, sagte Braumann. Nach ersten Gesprächen gehen die BBL-Verantwortlichen davon aus, dass es sich in Paderborn wie schon Ende des vergangenen Jahres in Gießen um den Versuch handelt, mit einem drastischen Schritt an die Öffentlichkeit neue Sponsoren zu mobilisieren, eine Insolvenz aber akut nicht droht. „Wir werden da jetzt nicht in Hast verfallen. Qualität geht bei der Prüfung vor Geschwindigkeit“, sagte Pommer.

Bei dem Versuch, das Gerüst der BBL auf ein solideres Fundament zu stellen, schließt die Führung auch eine Reduzierung der derzeit 18 Teams umfassenden Liga nicht aus. „Wir wollen uns da nicht festlegen. Die Erfüllung unserer Standards wird das entscheiden“, sagte Braumann. „Wir hoffen weiter auf 18 Vereine, wenn es weniger werden, dann ist das eben so“, verdeutlichte der Präsident seine harte Linie.

Für zusätzliche Einnahmen soll die Abschaffung der Winterpause sorgen. In der Saison 2009/10 wird auch am 2. Weihnachtsfeiertag gespielt, um mehr Zuschauer in die Hallen zu locken. Auch in Sachen Fernsehvermarktung sollen in den kommenden Monaten neue Weichen gestellt werden, nachdem die BBL derzeit über „Sportdigital TV“ nur im Internet und in einigen wenigen Regionen über Kabel oder Satellit zu empfangen ist. „Wir hatten uns insgesamt höher Ziele gesetzt“, gesteht Braumann.

Neue Impulse lieferte das Allstar-Spiel derweil nicht. In der 18. Auflage des prestigeträchtigen Duells setzte sich die von ALBA-Coach Luka Pavicevic betreute Nord-Auswahl zum 16 Mal durch. Daran konnten auch 18 Punkte von Bambergs Nationalspieler Tim Ohlbrecht für das Süd-Team nichts ändern. Zum wertvollsten Spieler (MVP) kürten die 7711 Zuschauer Darren Fenn von den Artland Dragons. Im Dreipunkte- Wettbewerb setzte sich Osvaldo Jeanty von den Giants Nördlingen durch, neuer Dunking-Champion wurde Keith Simmons von den Skyliners Frankfurt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen