Bayern-Star Leon Goretzka „tiefentspannt“ bei Sané-Frage

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Leon Goretzka
Erwartet noch einige Zugänge beim FC Bayern: Leon Goretzka. (Foto: Marius Becker / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Christian Kunz

Leon Goretzka lächelte, als er im Trainingslager am Tegernsee über Leroy Sané plauderte.

„Das ist mein Pokerface“, sagte der gut aufgelegte Bayern-Star auf die Frage, ob sein Grinsen als positives Zeichen für einen Transfer des Münchner Wunschspielers zu werten sei. Natürlich schreibe er wie auch schon in der fünften Schulklasse Nachrichten mit seinem „alten Freund“, führte der 24-Jährige aus, „aber ich bitte um Verständnis, dass ich da keine WhatsApp-Verläufe preisgeben werde“.

Die Königspersonalie hat der FC Bayern auch mit in die Idylle nach Rottach-Egern mitgenommen, wo am Mittwoch geheim trainiert wurde. Bis zum Samstag bringt sich der deutsche Fußball-Rekordmeister unweit des Wohnorts von Präsident Uli Hoeneß für das Erstrundenspiel im DFB-Pokal in Cottbus und den nahenden Liga-Start gegen Hertha BSC in Schwung. Abseits der schweißtreibenden Einheiten basteln die Münchner Verantwortlichen weiter am Kader. Ratschläge von Stars gibt's inklusive.

„Ich denke, dass wir noch drei neue Spieler brauchen“, sagte Robert Lewandowski in der „Sport Bild“. Sané allein würde dem Torschützenkönig als Sommer-Zugang Nummer vier nicht reichen. Kapitän Manuel Neuer wünscht sich offen formuliert eine konkurrenzfähige Mannschaft, „die Champions-League-Sieger werden kann“.

Der 23-jährige Sané bleibt der wichtigste Punkt im Kaderumbau des Rekordmeisters. Gehandelt wurden auch schon Spaniens U21-Europameister Marc Roca (Espanyol Barcelona) oder Hakim Ziyech (Ajax Amsterdam) als mögliche Zugänge. Die zuletzt abgekühlte Spekulation um Timo Werner (Leipzig) könnte auch wieder Thema werden.

Der angestrebte Vollzug des Mega-Millionen-Deals mit Sané und Manchester City steht aus. Der Pep-Guardiola-Club auf der Insel muss sich aber beeilen, wenn er den Fall eines Sané-Abgangs mit einem neuen Spieler ausgleichen will. Am Donnerstag schließt das Transferfenster der Premier League. Nur Verkäufe sind danach noch möglich. Nicht erst seit dem verlorenen Poker um Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea ist der Ausgang in der komplizierten Sané-Personalie auch eine Prestige-Sache für den FC Bayern.

Die Sané-Thematik lenkt die Stars im bayerischen Vorzeige-Urlaubsort aber nicht von der Arbeit ab. „Man hat da als Spieler nur einen geringen Einfluss. Dementsprechend macht es wenig Sinn, da Energie zu verschwenden“, sagte Goretzka und gab sich „tiefenentspannt“. Seine Worte zu Sané wollte er in keine Richtung interpretiert wissen. Nationalmannschaftskollege Niklas Süle scherzte bei Nachfragen zur von Man City immer noch geheimgehaltenen Sanè-Verletzung trocken. „Ich bin nicht sein Pressesprecher.“

Neben guter Laune ist harte Arbeit in der oberbayerischen Bergwelt angesagt. Wie vor einem Jahr stimmt Trainer Niko Kovac den Doublesieger auf die neue Saison ein. Zumindest die Warterei auf das erste Training vom 80-Millionen-Euro teuren Rekordzugang Lucas Hernández hatte am Dienstagabend ein Ende. Der französische Weltmeister hinterließ beim ersten Teamtraining einen guten Eindruck. „Er ist jemand, der uns auf Anhieb weiterhelfen kann, gute Laune versprüht und hungrig ist“, sagte Goretzka.

Bislang haben die Münchner neben Hernández (Atlético Madrid), Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) und Fiete Arp (Hamburger SV) verpflichtet. „Ich glaube, man kann schon davon ausgehen, dass das jetzt nicht der Kader ist, mit dem wir in die Saison gehen werden“, sagte Goretzka. Lewandowski arbeitete den Inhalt seiner Forderungen Sané plus zwei heraus: Einen weiteren Flügelspieler und „vielleicht einen Sechser oder einen offensiven Spieler für das Zentrum“.

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