Bayern München erreicht Halbfinale gegen FC Sevilla

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Deutsche Presse-Agentur
Christian Kunz und Klaus Bergmann

Auf dem Weg in das ersehnte Champions-League-Finale müssen die Triple-Jäger des FC Bayern jetzt noch eine große Hürde überwinden.

Beim Einzug in das elfte Halbfinale in Europas Fußball-Königsklasse reichte den Münchnern im zähen Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Sevilla ein hart erarbeitetes 0:0. „Es ist ein Schritt vom Finale weg. Aber es wird nicht einfacher, es wird schwieriger“, sagte Arjen Robben im ZDF. Eine Woche nach dem 2:1 in Spanien tat sich das Starensemble von Trainer Jupp Heynckes vor 70 000 Zuschauern in der heimischen Arena unerwartet schwer gegen den mehrmaligen Europa-League-Sieger.

„Das sind enge Spiele. Das sind Spiele, wo man richtig dagegenhalten muss und auch kämpferisch überzeugen muss“, sagte Heynckes. Beim Lattenkopfball von Joaquin Correa in der 59. Minuten erlebten die Bayern eine Schrecksekunde, insgesamt fehlte den Andalusiern aber die Offensivkraft gegen routinierte Münchner. In der Nachspielzeit sah Correa nach einem groben Foul an Javi Martínez die Rote Karte. Den letzten Gegner auf dem Weg ins Endspiel am 26. Mai in Kiew erfahren die Bayern am Freitag bei der Auslosung in Nyon - Real Madrid, der FC Liverpool mit Coach Jürgen Klopp oder die AS Rom können es werden.

„Es gibt keine Mannschaft, die man lieber hat“, sagte Münchens Kapitän Thomas Müller. „Wir haben es uns jetzt erarbeitet und wollen es natürlich durchziehen.“ Robben sagte: „Wenn wir einen guten Tag haben, können wir jeden schlagen.“

Die Gastgeber begannen dominant und zielstrebig. Am Tag nach dem sensationellen Halbfinaleinzug der Römer gegen den FC Barcelona war den Münchnern anzumerken, dass sie nach dem 2:1-Sieg der Vorwoche schnell für klare Verhältnisse sorgen wollten. In der dritten Minute flog ein Freistoß von James Rodríguez nur knapp über das Tor, dann zog Robben von rechts in die Mitte, verfehlte sein Ziel jedoch ebenfalls (5.). Nach einem Kopfball von Robert Lewandowski musste Sevilla-Keeper David Soria erstmals ernsthaft eingreifen.

Auf der anderen Seite hatte Pablo Sarabia, der die Andalusier im Hinspiel in Führung gebracht hatte, die erste Gelegenheit für Sevilla. Er verzog aus aussichtsreicher Position jedoch deutlich. Die Gäste beruhigten das Spiel ein wenig und bremsten den Angriffselan der Bayern. Ein Schuss von Sergio Escudero geriet zu unpräzise (26.).

Es dauerte bis zur 34. Minute ehe der FCB wieder Fahrt aufnahm: Innenverteidiger Mats Hummels schoss nur ganz knapp über das Tor. Wenig später setzte Robben am Strafraum Franck Ribéry schön in Szene, doch der Franzose scheiterte mit der bisher besten Chance der Partie an Soria (38.). Jesús Navas, der Eigentorschütze aus dem Hinspiel, rettete nach einer scharfen Hereingabe von Müller in höchster Not vor dem einschussbereiten Ribéry.

Kurz vor dem Seitenwechsel klärte Rafinha mit einer starken Grätsche gegen Sarabia. Sevilla spielte gefällig mit, doch den Spaniern fehlte in der Offensive weiter die Durchschlagskraft.

Das änderte sich auch anfangs des zweiten Durchgangs nicht. Die Bayern übernahmen die Kontrolle und wurden durch Lewandowski gefährlich. Der Kopfball des Polen nach schöner Rafinha-Flanke landete aus kürzester Distanz jedoch nur am Außennetz. James (53.) und Müller (54.) fanden in Soria ihren Meister.

Ein Bayern-Tor schien nur eine Frage der Zeit, doch plötzlich hätte Sevillas Correa fast das 0:1 erzielt. Bayern-Schlussmann Sven Ulreich wäre beim Lattenkopfball des Offensivmanns nach einem Freistoß aus dem Halbfeld wohl chancenlos gewesen. Die Gäste mussten mehr tun und Coach Vincenzo Montella erhöhte 20 Minuten vor dem Ende das Risiko: In Sandro Ramírez für Sarabia brachte er einen zusätzlichen Stürmer.

Die nächste Gelegenheit hatten dennoch die Bayern. Robben traf das Außennetz (72.). Die Partie wurde ruppiger. Vor allem gegen Lewandowski kämpfte Sevilla immer wieder mit harten Bandagen. Dreizehn Minuten vor Schluss ersetzte Heynckes den aufopferungsvoll ackernden Mittelstürmer durch Sandro Wagner. Der Nationalspieler und seine Teamkollegen verwalteten das 0:0 in der Schlussphase, in der sich Correa sein böses Foul an Martínez leistete, souverän.

Martínez erlitt laut Heynckes eine „starke Knieprellung“. Man müsse abwarten, wie sich die Verletzung über Nacht entwickele, sagte Heynckes. „Correa ist normalerweise ein fairer Spieler. Ich kenne ihn sehr gut. Ihm sind da alle Sicherungen durchgebrannt. Natürlich hat das auf dem Fußballfeld nichts zu suchen“, sagte Heynckes.

Bereits in der ersten Hälfte zog sich James Rodríguez nach Angaben von Heynckes „eine starke Oberschenkelprellung“ zu. Rafinha, der schon im ersten Durchgang behandelt werden musste, ging bei seiner Auswechslung in der 87. Minute ebenfalls mitgenommen vom Feld.

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