BBL-Hatz: Klage über „Versuchskaninchen“ - Bayern im Vorteil

Nihad Djedovic
Kritisiert den harten Final-Modus der BBL: Nihad Djedovic. (Foto: Carmen Jaspersen / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Florian Lütticke und Nicolas Sowa

Nach kurzem Jubel über den Final-Ausgleich starteten die Basketballer des FC Bayern direkt die Vorbereitung zum nächsten Angriff auf Titelverteidiger Alba Berlin.

Mit Stretching versuchten der überragende Anführer Vladimir Lucic und sein Team noch am späten Donnerstagabend die Strapazen der Terminhatz in der Serie um die deutsche Basketball-Meisterschaft abzuschütteln. „Jemand sollte uns fragen, ob es gut für die Spieler ist, nach 24 Stunden wieder ein Spiel zu spielen und nach nicht mal 48 Stunden wieder“, sagte Kapitän Nihad Djedovic der Deutschen Presse-Agentur nach dem 76:66-Auswärtserfolg in Berlin. „Ich weiß, dass wir die einzige Liga in Europa sind, die so spielt. Anscheinend sind wir Versuchskaninchen.“

Baldi: „Mörderserie“

Vor dem nächsten Doppelpack am Samstag und Sonntag müssen beide Teams beim Stand von 1:1-Siegen die letzten Reserven nach einer strapaziösen Saison mobilisieren. Am Freitag ging es aus der Hauptstadt nach München. „Es wird keine Erholung mehr geben, diese Serie ist eine Mörderserie“, sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.

Sein Team habe bereits knapp 90 Spiele absolviert, rechnete Bayern-Coach Andrea Trinchieri vor. Dass die Münchner dem Titelverteidiger dennoch mit einem Kraftakt den Heimvorteil abnehmen konnten und nun endgültig Favorit auf den Titel sind, lag vor allen am herausragenden Lucic. Der von den Heim-Fans mit Hingabe ausgebuhte Anführer erzielte mit 26 Punkten einen persönlichen Bundesliga-Rekordwert.

„Er ist unser Anführer. Und im wichtigsten Spiel war er da“, sagte der Italiener Trinchieri in knappen Worten und lobte die Leistungssteigerung seiner Mannschaft. „Das ist die Geschichte unserer Saison: Wir müssen ins Gesicht geschlagen werden, um anzufangen, zu spielen. Und Alba hatte uns geschlagen.“

Alba mit tieferem Kader

Am Samstag gebe es „den nächsten Kampf“, betonte Trinchieri gewohnt wortstark. Dabei könnte allerdings zum Faktor werden, dass Alba aktuell den tieferen Kader als der Herausforderer besitzt. „Wir vertrauen allen Jungs“, sagte Luke Sikma. Wie schon beim 86:89 im ersten Duell setzte Trinchieri angesichts der Ausfälle von Paul Zipser und Leon Radosevic nur auf eine Kern-Rotation von acht Profis. „Nichts ist entschieden, es steht 1:1. Wir müssen fokussiert sein, es wird eine packende Serie, speziell wegen des Verlusts der Energie“, sagte Lucic. „Umso mehr muss man den Kopf einschalten.“

Was in den wenigen Stunden bis zum nächsten Spiel ansteht? „Nichts Besonderes, man kann essen, man kann Magnesium trinken, man kann Massagen machen, Eisbad. Das war's“, sagte Djedovic auf die Frage zur Vorbereitung auf das dritte Finale. „Man kann nur hoffen, dass in dem Spiel nichts passiert, das ist wirklich nicht gut für die Gesundheit der Spieler. Niemand fragt uns, wir müssen das machen.“

© dpa-infocom, dpa:210611-99-947430/4

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