Bayern erreicht das Halbfinale

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Die Bayern stehen im Halbfinale.
Die Bayern stehen im Halbfinale. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Ansehnlich und doch glanzlos: Im Stile einer abgezockten Truppe und mit etwas Glück des Tüchtigen hat der FC Bayern München durch ein 0:0 gegen den FC Sevilla das Halbfinale der Champions-League erreicht.

Und dabei kamen die Münchener ganz ohne Favoriten-Wackler aus, wie sie in der Königsklasse ja derzeit en vogue zu sein scheinen. Doch hätten es sich die Münchener nach dem 2:1-Sieg in Spanien auch einfacher machen können. „Wir haben die Tür aufgemacht in Sevilla, jetzt müssen wir noch seriös durchs Tor gehen", hatte Karl-Heinz Rummenigge im Vorfeld gefordert. Und als ob sie ihren Vorstandschef nicht lange warten lassen wollten, legte die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes krachend los - kreierte allein in den ersten sieben Spielminuten drei dicke Chancen.

Robben durfte ran

Dass James (4.) seinem Freistoß knapp über die Torlatte setzte, konnte wohl verschmerzt werden, hätte Schiedsrichter William Columbia aus Schottland bei der vorangegangenen Aktion von Gabriel Mercado jedoch - wie zahlreich gefordert - rot wegen Notbremse gezogen, wäre die Aufgabe deutlich leichter gewesen. Doch auch so blieb der spielfreudige frisch gekürte Meister dominant. Mit der wohl routiniertesten Flügelzange Europas in der Startelf hatte Heynckes zudem von Anfang an klar gemacht, wie er die Spanier aus dem Wettbewerb kegeln wollte - offensiv. Der 35-jährige Franck Ribéry und sein ein Jahr jüngerer Mitstreiter Arjen Robben bewiesen, dass sie auch in wichtigen Spielen noch groß aufspielen können. „Die Champions League ist das Allerhöchste. Dafür lebst du, ich liebe diese Spiele“, hatte Robben seine Stimmungslage beschrieben. Und dieses Mal musste er nicht schmollend auf der Bank sitzen, sondern durfte aktiv gestalten.

Kopfball an die Latte

Doch trotz deutlich besserer Möglichkeiten - Mats Hummels (34.), Ribéry (38., 41.), Robben (40., 71.) Robert Lewandowski (49.) Thomas Müller (54.) - und Feldüberlegenheit, blieb es in der temporeichen Partie torlos. Und die Spanier? Brachten zwar nicht diesen unbändigen Willen auf den Platz, der Tags zuvor den Römern Flügel verliehen hatte, piesackten die Bayern jedoch beständig. Die Angst vor dem Gegentor lag durchgängig in der Luft, hatte Robben doch auch angedeutet, dass dieses enormen Druck aufbauen würde. Doch war es nicht zuletzt Rafinha, der sich immer wieder beherzt in jeden Angriff warf. Die 59. Minute hätte dann beinahe die Arena geschockt. Während vorn mit Chancen gewuchert wurde, brannte es hinten lichterloh, hämmerte Joaquín Correa den Ball aus dem Nichts mit dem Kopf an Sven Ulreich vorbei an die Latte.

Triple-Traum lebt

Doch auch wenn das Offensiv-Glück fehlte, blieb das Defensiv-Pech dafür ebenfalls aus. Dass Monsieur Ribéry in der 70. Minute für Geburtstagskind Thiago weichen musste, blieb eine Randgeschichte, ebenso wie die rote Karte für Carrera in der Nachspielzeit oder auch, dass der wohl größte Jubel während des Spiels bei den Zwischenständen aus Madrid aufbrandete. Doch was zählt, ist die Aufgabenerfüllung. Und wen die Bayern nun auch auf dem Weg in Finale in Kiew vorgesetzt bekommen - der Triple-Traum lebt weiter.

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