Barcelona weiter spitze - Real kämpferisch

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Deutsche Presse-Agentur

Der FC Barcelona hat die Angst vor dem Verfolger Real Madrid abgeschüttelt. In souveräner Manier nahmen die Katalanen die Auswärtshürde bei UD Almería und schlugen die - vom früheren Real-Torjäger Hugo Sánchez betreuten - Südspanier mit 2:0.

Barças Fußballkünstler Lionel Messi, Xavi und Andrés Iniesta ließen den Ball mit einer solchen Sicherheit und Gewandtheit zirkulieren, dass die Tore nur eine Frage der Zeit waren. Beide Treffer erzielte Bojan Krkic (53./55. Minute). Der 18-jährige war erst zum zweiten Mal in dieser Saison in einem Punktspiel von Anfang an dabei.

Der FC Barcelona wahrte damit an der Spitze der Primera División mit 66 Zählern seinen Sechs-Punkte-Vorsprung vor Real (60), das am Vorabend bei Athletic Bilbao 5:2 gewonnen hatte. Die Blauroten hatten zuletzt angesichts der Aufholjagd der „Königlichen“ Nerven gezeigt und gegen vermeintlich leichte Gegner Punkte abgegeben. Am Sonntag konnte jedoch bei Barça von zitternden Nerven keine Rede mehr sein. Im Gegenteil: Trainer Josep Guardiola leistete sich sogar den Luxus, seine Stars Thierry Henry und Samuel Eto'o zu schonen.

Dabei hätte Almerías Trainer Hugo Sánchez seinem Ex-Verein Real zu gern dabei geholfen, den Rückstand zu Barça zu verkürzen. Der Mexikaner, der die Madrilenen Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre mit seinen Toren fünfmal zur spanischen Meisterschaft geschossen hatte, musste jedoch anerkennen, dass sein Team chancenlos war. „Der FC Barcelona hat eine der drei besten Mannschaften der Welt“, sagte er. Wer die anderen beiden sind, wollte Sánchez nicht sagen.

Real Madrid rechnet sich im Kampf um den Titel jedoch weiterhin Chancen aus. Mit dem Sieg in Bilbao hatten die Madrilenen nach dem blamablen K.o. in der Champions League den drohenden Absturz ins Bodenlose abgewendet. Nun setzen sie darauf, dass der Erzrivale infolge der Dreifach-Belastung in Liga, Pokal und Champions League Federn lassen wird. „Wir können uns auf jedes Punktspiel eine Woche vorbereiten, Barça kann das nicht“, sagte Real-Trainer Juande Ramos.

In Bilbao schlug der harterkämpfte 5:2-Erfolg der Madrilenen auch am Montag noch Wellen. Die Basken beklagten sich auf der offiziellen Webpage ihres Vereins darüber, dass der Schiedsrichter Real zum Erfolg verholfen habe. „Das Spiel erinnerte an alte Zeiten“, meinte Athletic in Anspielung auf die Franco-Diktatur (1939-1975). Damals hatte Real im Ruf gestanden, der „Club des Regimes“ gewesen zu sein und Unterstützung vom Staatsapparat erhalten zu haben.

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