Ballack und Frings auf Friedens-Kurs

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Deutsche Presse-Agentur

Die einstigen Nationalmannschafts-Rebellen Michael Ballack und Torsten Frings haben kurz vor dem Start ins Länderspiel-Jahr 2009 einen Friedenskurs eingeschlagen.

„Ich habe es mehrmals betont: Ich habe überhaupt keine Probleme mit dem Trainer. Ich freue mich, dass die Länderspiele jetzt wieder losgehen“, erklärte Ballack (32), der nach der Europameisterschaft im vergangenen Jahr einige Kritik an der Personal-Politik von Bundestrainer Joachim Löw geübt hatte. Löw hatte sich daraufhin seinen Kapitän und auch Ballack- Freund Frings (32) zur Brust genommen und deutlich auf klare Regeln im A-Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verwiesen. „Da war keine langfristige Absicht dahinter“, bekräftigte Ballack jetzt nochmals vor dem ersten Länderspiel des Jahres am 11. Februar gegen Norwegen.

Der Bundestrainer wird am 5. Februar den Kader für die Partie in Düsseldorf nominieren. Die zum Jahresabschluss 2008 gegen England (1:2) fehlenden Ballack und Frings werden wieder im Aufgebot erwartet. „Vielleicht war es ganz gut, weil wir uns durch diesen Streit richtig ausgesprochen haben“, erklärte der Bremer Frings in der „Bild am Sonntag“ zum Verhältnis zu Löw und schloss betont sachlich an: „Ich werde jetzt versuchen, gute Leistung zu bringen und das umzusetzen, was der Bundestrainer verlangt. Denn die WM in Südafrika würde ich gern spielen.“ Im vergangenen Jahr hatte sich das noch anders angehört, als Frings seine Ersatzrolle öffentlich beklagt und sogar Rücktritts-Gedanken geäußert hatte.

Im neuen Jahr, in dem die Entscheidung um die WM-Tickets für Südafrika 2010 fällt, wollen sich beide Routiniers nun den Ansprüchen von Löw stellen. „Wir verstehen uns gut, haben mehrmals miteinander telefoniert“, berichtete Ballack nach seiner Auszeichnung zum „Tor des Jahres“ 2008. Bei der Wahl der ARD-Sportschau war der gebürtige Sachse für sein Freistoß-Tor im EM-Vorrundenspiel gegen Österreich (1:0) mit 14,08 Prozent der Stimmen zum Sieger gekürt worden, mit dem er auch den Job von Löw gesichert hatte. „Man erschrickt selbst, wenn man die Super-Zeitlupe sieht, was da für eine Anspannung dabei war“, erklärte Ballack, der auch einen „harten Weg“ zur WM voraussagte: „Wir müssen noch nach Russland fahren und haben das eine oder andere schwere Auswärtsspiel, wo wir aufpassen müssen.“

Am 28. März in Leipzig gegen Liechtenstein und am 1. April in Cardiff gegen Wales geht es für den Vize-Europameister wieder um WM- Punkte. In der WM-Qualifikations-Gruppe 4 führt Deutschland mit 10 Punkten vor Russland und Wales (beide 6). „Ich hoffe, dass wir an unsere Leistung von 2008 anknüpfen können“, sagte Ballack in der ARD.

Auch seinen Konflikt mit Teammanager Oliver Bierhoff, der nach dem verlorenen EM-Finale von Wien offen ausgebrochen war, versucht der Kapitän nun zu schlichten. „Es gibt immer mal Spannungen. Oliver hat ja einen anderen Aufgabenbereich als der Trainerstab, aber das ist sehr, sehr wichtig“, betonte Ballack und verwies darauf, dass die Nationalmannschaft in Sachen Präsenz und Außendarstellung „einen Riesensprung“ gemacht habe. „Da braucht man solche Leute wie Oliver Bierhoff, die die Mannschaft positionieren“, bemerkte der Wahl- Engländer, der immer wieder die Konzentration auf das Sportliche eingefordert hatte. „Natürlich gibt es da mal Reibungspunkte und Interessens-Konflikte. Das andere ist aber auch wichtig, das weiß ich ja.“

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