Aus Freiburg zum EM-Rekordtorschützen: Waldschmidts Weg

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Germany's forward Luca Waldschmidt celebrates after he scored during extra-time of the semi-final match of the U21 European Foot
Germany's forward Luca Waldschmidt celebrates after he scored during extra-time of the semi-final match of the U21 European Football Championships between Germany and Romania on June 27, 2019 at the Renato Dall'Ara stadium in Bologna. (Photo by Isabella BONOTTO / Update Images Press / AFP) (Foto: Isabella Bonotto)
Deutsche Presse-Agentur
Sport-Informations-Dienst
Er trifft und trifft und trifft: Freiburger spielt sich bei U21-EM mit Rekord in den Fokus.

Seine Jagd auf den Titel des U21-Rekordtorschützen kommentierte Luca Waldschmidt ganz nach der Maxime seines Stammclubs SC Freiburg: ganz sachlich und zurückhaltend. „Klar ist das schön und freut mich natürlich auch“, sagte der 23 Jahre alte U21-Nationalstürmer, nachdem er mit zwei Toren beim 4:2 (1:2) im EM-Halbfinale gegen Rumänien Pierre Littbarski überholt hatte. „Aber der Titel für die gesamte Mannschaft steht da über allem. Wie viel Tore ich am Ende mache, ist zweitrangig.“

Mit einem Tor im Finale gegen Spanien könnte Waldschmidt zum alleinigen besten Torschützen einer U21-EM überhaupt aufsteigen. Der Schwede Marcus Berg erzielte 2009 sieben Tore, bei dieser Zahl steht auch Waldschmidt. Littbarski, mit sechs Treffern 1982 bislang einziger deutscher Torschützenkönig einer U21-EM, gratulierte seinem Nachfolger. Den Rekord habe er sich redlich verdient. Waldschmidt spiele herzerfrischend, es mache Spaß, ihm zuzuschauen, sagte Littbarski.

Auch Trainer Stefan Kuntz lobt: „Es ist schon toll. Gerade wenn man überlegt, dass wir am Anfang gedacht haben, dass der Sturm vielleicht ein bisschen durchhängen könnte.“ Vor dem Turnier hatte der U21-Coach, dem ein echter Mittelstürmer im Kader fehlt, den Angriff als Schwachpunkt seines Teams ausgemacht. Doch Waldschmidt traf bislang in jedem Spiel. Dabei gelang dem Talent zunächst weder bei Eintracht Frankfurt noch beim Hamburger SV der große Durchbruch, seine erste konstante Bundesliga-Saison spielte er zuletzt beim SC Freiburg mit neun Toren in 30 Spielen.

Die starken EM-Leistungen ihres Stürmers nehmen sie natürlich auch im Breisgau wahr. „Junge Leute haben bei uns die Chance, wachsen zu dürfen“, sagte Freiburgs Präsident Fritz Keller. „Luca Waldschmidt ist ja beileibe nicht der Einzige, der bei uns eine Chance kriegt, die er woanders nicht bekommen hat.“ Waldschmidts Tore wecken natürlich Interesse. „Der Bomber der deutschen U21“, titelte die „Gazzetta dello Sport“, die über ein Interesse von Lazio Rom spekulierte. Keller empfiehlt aber ein weiteres Jahr in Freiburg. „Der Junge ist noch lange nicht komplett. Er braucht auch noch diese Ruhe und Führung, die er bei uns genießen darf und hat.“

Erst einmal will sich Lockenkopf Waldschmidt auf das Finale gegen Spanien am Sonntag (20.45 Uhr/ARD) konzentrieren. „Ich stand auch noch nie in so einem Finale. Ich glaube, das ist einfach geil“, schwärmte er. Die spontane Party nach dem Halbfinal-Einzug verpasste Waldschmidt, weil er zur Dopingprobe musste. Als die erledigt war, war der Mannschaftsbus lange abgefahren. Der 23-Jährige nahm die Verspätung mit Humor. „Ich hoffe, dass wir Sonntag noch mal Grund haben, die Kabine auseinanderzunehmen.“

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