Aus für Israeli Ram in Dubai

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Deutsche Presse-Agentur

Nach der Einreiseverweigerung für Israels Spielerin Shahar Peer hat ihr Landsmann Andy Ram beim ATP-Turnier in Dubai nur ein kurzes Gastspiel gegeben. Der wie ein Staatsmann abgeschirmte Doppelspezialist und sein Partner Kevin Ullyett aus Simbabwe schieden in der ersten Runde aus.

Ram hatte erst nach weltweiten Protesten ein Visum für die Veranstaltung in den Vereinigten Arabischen Emiraten erhalten, die mit mehr als zwei Millionen Dollar dotiert ist. Der letztjährige Australian-Open-Sieger und Ullyett verloren 3:6, 6:3, 8:10 gegen den Spanier David Ferrer und den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Marat Safin aus Russland. Ferrer hatte zuvor sein Achtelfinale gegen Philipp Kohlschreiber gewonnen. Die Doppel-Partie begann wegen der Sicherheitsvorkehrungen eine halbe Stunde später. Wer das Match sehen wollte, musste eine Sicherheitsschleuse wie auf einem Flughafen passieren. Die Zuschauer durften keine Taschen, Handys oder Wasserflaschen mitnehmen.

Nach der Partie bekam der in Uruguay geborene Ram etwas Applaus, während er von fünf Sicherheitsbeamten eskortiert wurde. Ram hatte eine eigene Umkleidekabine bezogen und sollte keine Pressekonferenzen geben. Die Herren-Profi-Organisation ATP erklärte, sie habe sich entsprechendem Druck beugen müssen. Nur ein Journalist durfte in der Kabine mit Ram sprechen.

Die Organisatoren hatten wenige Wochen nach dem Gaza-Krieg ein Visum für Peer mit der Begründung abgelehnt, dies könne die Sicherheit anderer Spielerinnen und des gesamten Turniers gefährden. Da die Emotionen wegen des Krieges in der arabischen Welt weiterhin groß seien, würden Demonstrationen befürchtet. Die Damen-Profi- Organisation WTA verlangt wegen der Affäre vom Turnierveranstalter 300 000 Dollar Strafe, weil Peer über die Weltrangliste qualifiziert gewesen wäre.

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