Augsburger Auftakt-Albtraum in der Fußball-Provinz

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FCA-Coach
Bedient: FCA-Coach Martin Schmidt nach der Pleite in Verl. (Foto: Friso Gentsch / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Ulli Brünger

Nach dem „sauren“ Saisonstart mit der Pokalpleite beim Sportclub Verl geht in Augsburg die Furcht vor einem völligen Fehlstart um. „Wir haben sehr viel Arbeit“, sagte FCA-Trainer Martin Schmidt nach dem Erstrunden-Aus beim Regionalligisten in der ostwestfälischen Fußball-Provinz.

In einer Woche wartet Dortmund, danach folgt das erste Heimspiel gegen Aufsteiger Union Berlin. „In Dortmund sind wir der Underdog“, sagte Schmidt und fügte mit Bezug auf die Leistung beim 1:2 (0:2) beim Viertligisten nicht ohne sarkastischen Unterton an: „Dortmund wird sicherlich niemand unterschätzen.“

Zuvor waren die Schwaben beim Mentalitätstest in dem kleinen Ort östlich von Gütersloh glatt durchgefallen. Dabei hatte Schmidt seine Mannschaft die ganze Woche hindurch vor der Aufgabe beim Außenseiter gewarnt. Doch schon in den ersten 30 Minuten erfüllten sich all seine Befürchtungen, dass seine Profis den Underdog offensichtlich nicht wirklich erst nahmen. „Dann passiert genau das, was nicht passieren sollte“, so Schmidt.

Kaum hatte der 52-Jährige an der Seitenlinie der kleinen Arena Platz genommen, sprang er auch schon wild gestikulierend wieder auf. In der dritten Minute hatten die sorglose Defensive aber noch Glück, dass Schiedsrichter Martin Thomsen aus Kleve ein reguläres Kopfball-Tor von Yannick Langesberg nicht anerkannte. Doch der frühe 0:1-Rückstand war nur um wenige Minuten aufgeschoben. Marek Suchy (8.) bugsierte den Ball mit dem Oberschenkel ins eigene Netz, nachdem sein tschechischer Landsmann, Torwart-Neuzugang Tomáš Koubek, beim Lupfer von Matthias Haeder noch gut reagiert hatte. Vor dem 0:2 von Ron Schallenberg (23.) wurde die Abwehr vom Viertligisten nach allen Regeln der Kunst ausgespielt, auch wenn der Treffer wegen Abseits eigentlich irregulär war.

„Wir haben uns übertölpeln lassen, aber Kompliment an Verl. Gestohlen war der Sieg nicht, sondern verdient“, resümierte der 52 Jahre alte Schmidt: „Es war ein typisches Pokalspiel, warum es den Fußball für die Allgemeinheit so süß macht und für uns umso saurer. Sauer sind wir - und zwar über unsere eigene Leistung.“

Zumindest schuldbewusst und selbstkritisch gaben sich seine Profis anschließend. Und gelobten Besserung. Ansonsten könnte beim sich in beeindruckender Frühform befindlichen BVB ein Debakel drohen. Denn selbst die BVB-„Reserve“ um Mario Götze und Julian Brandt zeigte am Samstag, 20 Stunden nach dem 2:0-Pokalerfolg beim KFC Uerdingen, beim 4:0-Testspielsieg gegen den Drittligisten Preußen Münster eine Leistung, die dem FCA zu denken geben dürfte.

„So einen Tag wie sollten wir uns nicht mehr leisten. Wir haben es über 90 Minuten nicht geschafft, das Spiel in unsere Bahn zu lenken. Wenn du bei einem Viertligisten ausscheidest, zeigt das, dass du vieles nicht gut gemacht hast. Und mit Dortmund kommt jetzt eine ganz andere Qualität auf uns zu“, sagte Kapitän Daniel Baier. André Hahn, der per Elfmeter noch zum 1:2 (83.) traf, ergänzte: „Es ist genau das passiert, wovor uns der Trainer gewarnt hatte. Für Verl war es das Spiel des Lebens. Wir müssen aus der Partie unsere Schlüsse ziehen. In Dortmund dürfen wie so jedenfalls nicht auftreten.“

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