Auch Indien und Trinidad machen bei WM mit

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Deutsche Presse-Agentur

Cesar Baena aus Venezuela stolperte schon beim ersten Schritt nach dem Start. Im Ziel des Qualifikationsrennens für die WM-Entscheidung über 15 Kilometer hatte der einzige Langläufer seines Landes mehr als eine halbe Stunde Rückstand auf den Sieger.

Die nordischen Weltmeisterschaften in Liberec präsentierten sich schon wenige Stunden vor der Eröffnung als bunter Treff von Ski-Exoten aus aller Welt. Sogar aus Indien, Nepal oder Trinidad & Tobago sind Athleten nach Tschechien gekommen. Die weiteste Anreise hatte Nat Anglem aus dem rund 18 000 Kilometer entfernten Neuseeland.

Das Motto der Hobby-Läufer lautet „Dabeisein ist alles“, als Spaß- Veranstaltung sehen sie die Titelkämpfe aber nicht an. „Eigentlich war ich gar nicht so langsam. Ich hatte nur schlecht gewachste Ski“, begründete Bhuwneshwari Thakur aus Indien ihren letzten Platz bei den Damen. Die Bretter hatte sie von ihrem tschechischen Ex-Coach vor langer Zeit bekommen. „Die Strecke war ziemlich hart“, befand sie.

Weil immer mehr Länder bei den Titelkämpfen im Schnee mitmachen wollen, hatte der Weltverband FIS eine Vorausscheidung für die kürzesten Distanz-Rennen angesetzt. Nur die jeweils besten Zehn der Qualifikation dürfen mitlaufen, wenn an diesem Donnerstag über 10 Kilometer der Damen und am Freitag über 15 Kilometer der Herren die Medaillen vergeben werden.

Der 22 Jahre alte Baena ist dann nicht dabei, was ihn aber nicht traurig stimmt. „Ich habe 2005 zum ersten Mal Schnee gesehen. Es war während eines Studien-Aufenthaltes in Deutschland und ein großes Ereignis“, berichtete er. Zum Skilaufen kam er zwei Jahre später in Österreich, wo er studiert.

Dass er der Konkurrenz oft nur hinterherläuft, stört ihn nicht. „Ich bin zwar meistens der Letzte, weil ich nicht so große Erfahrungen wie die anderen Läufer habe. Aber ich treibe Sport vor allem mit dem Herzen, es macht mir viel Spaß. Wenn ich auf Schnee stehe, könnte ich sogar bis zwei Uhr nachts laufen“, sagte Baena.

Während er am Anfang nur von seinen Eltern finanziert wurde, sponsern mittlerweile das Nationale Olympische Komitee Venezuelas und das Sportministerium seine Trainingsaufenthalte in Chile oder Argentinien. „Eigentlich unterstützt mich ganz Venezuela“, sagte Baena, der auf jeden Fall noch zu einem großen WM-Auftritt kommt: „Ich laufe die Verfolgung, den Sprint und bereite mich auf das Rennen über 50 Kilometer vor.“

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