Arnd Peiffer: Gala-Einstand nach Missgeschick

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Deutsche Presse-Agentur

Als Arnd Peiffer bei Kaiserwetter mit Klassik-Ski ein paar Kilometer über den Rennsteig bummelte, kam das Gänsehaut-Gefühl zurück. Am Abend zuvor hatte der 21-jährige Harzer bei seiner Premiere in der Champions-League des Biathlons ein Bravourstück abgeliefert.

Mit der schnellsten Rundenzeit aller dritten Läufer brachte er die deutsche Staffel vorübergehend sogar in Führung und übertraf alle Erwartungen. „Imponierend, wie clever und überlegt er die Aufgabe gemeistert hat“, lobte Bundestrainer Frank Ullrich den zweimaligen Bronzemedaillengewinner der vorjährigen Junioren-Weltmeisterschaften.

Ullrich hatte dem Modellathleten aus Clausthal-Zellerfeld bereits kurz vor Weihnachten mit seiner Nominierung für das Weltcupteam ein vorzeitiges Geschenk bereitet. „Es war eine Riesenfreude, als er mich auf der Rückfahrt vom IBU-Cup im Südtiroler Martell-Tal anrief und es mir mitteilte“, erinnerte sich Peiffer, der sich zuvor im „Biathlon-UEFA-Cup“ mit stabilen Spitzenergebnissen für den Weltcup angeboten hatte.

Dass der Polizeimeister-Anwärter als „Sahnehäubchen“ überraschend zum Staffel-Einsatz kam, verdankte er einem Crash beim Fußballspielen. Da war Peiffer mit seinem ein Jahr älteren Kumpel Christoph Stephan zusammengekracht. Der bereits für die WM qualifizierte Stephan brach sich das Nasenbein und musste auf den Heim-Weltcup verzichten. „Das hat mir wahnsinnig leidgetan. Es war tragisch, dass es ihn erwischt hat. Eben richtig dumm gelaufen“, sagte Peiffer. Ein Staffeleinsatz habe in seinen Überlegungen überhaupt keine Rolle gespielt. „Doch daran könnte ich mich gewöhnen“, meinte der für sein Alter schon erstaunlich abgeklärt auftretende Computerfreak schmunzelnd.

Der Neuling imponierte mit einem selbstbewussten Lauf und Übersicht am Schießstand. Er überholte den sichtlich überraschten russischen Doppel-Weltmeister Dmitri Jaroschenko und schoss überlegt nach dem Motto Sicherheit vor Schnelligkeit. „Vor dem Rennen hatte mir der Mark noch mal eingehämmert, dass ich alles so wie im Training machen solle“, erzählte Peiffer und berichtete von einem prima Verhältnis in der Oberhofer Gruppe um Trainer Mark Kirchner. Vor einem Jahr war er aus Clausthal-Zellerfeld an den Grenzadler gewechselt. „Ich brauchte eine gute Trainingsgruppe. Die habe ich hier gefunden. Es funktioniert super“, so der 1,85 m große Skijäger.

Mark Kirchner, zwischen 1992 und 1994 dreimal Olympiasieger, gab das Kompliment zurück: „Arnd ist für uns eine Verstärkung und Bereicherung. Er kann ein kompletter Biathlet werden.“ Kirchner ist überzeugt, dass Peiffer jetzt nicht abheben wird, auch wenn er am Donnerstagabend den Medienrummel sichtlich genoss. „Ich habe schon dadurch gewonnen, dass ich im Weltcup an den Start gehen darf. Das bringt mir eine ganze Menge“, meinte der Neuling, dessen wichtigstes Saisonziel ein Start bei den Europameisterschaften ist. Vielleicht aber wird es sogar noch mehr. Dazu müsste Peiffer aber bei den anstehenden Einzelrennen vom Samstag mit dem Sprint in Oberhof über Ruhpolding bis Antholz die deutsche WM-Norm schaffen und einmal unter die ersten Acht laufen oder zweimal mindestens Platz 15 belegen.

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