Armstrong ohne Anti-Doping-Experten Catlin

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Deutsche Presse-Agentur

Lance Armstrongs Aktion „gläserner Athlet“ hat gleich zu Beginn Kratzer bekommen. Der siebenfache Tour-de-France-Sieger kündigte die unter großem Getöse vorgestellte Zusammenarbeit mit dem anerkannten Anti-Doping-Experten Don Catlin auf.

Stattdessen will Armstrong nun mit dem Dänen Ramsus Damsgaard zusammenarbeiten. „Wir werden weiter alles tun, was wir können, um Transparenz und Ehrlichkeit seiner Testergebnisse zu sichern“, sagte Armstrongs Manager Bill Stapleton. Wie zum Beweis veröffentlichte der umstrittene Rückkehrer Armstrong auf der Homepage seiner Stiftung „Livestrong“ die Ergebnisse von sieben Tests, die der Radsport-Weltverband UCI und Damsgaard durchgeführt hatten.

Seit Armstrong sein kontrovers diskutiertes Comeback ankündigte, ist er laut „Livestrong“-Angaben schon 17 Mal kontrolliert worden. „Lance ist der meistgetestete Athlet in der Sport-Geschichte“, betonte Stapleton. Doch die Trennung von Catlin nährt Zweifel. „Die Abkehr von Don Catlin ist für mich eine Abkehr von der Seriosität“, sagte der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zudem habe dessen Nachrücker Damsgaard, der auch für das Anti-Doping-Programm von Armstrongs Astana-Rennstall und Bjarne Riis' Saxo-Bank-Team zuständig ist, zuletzt „erheblich an Glaubwürdigkeit verloren“, da er sich immer zu allen Dingen äußere.

Nach Bekanntwerden seiner Comeback-Pläne hatte Armstrong Ende September Catlin, bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles und den Winterspielen 2002 in Salt Lake City Chef des Dopingtest-Labors, stolz als den „glaubwürdigsten“ Anti-Doping-Experten angepriesen. Er wolle - für den Fall, dass er gut sei - mit Hilfe von Catlin „alle Zweifel an meiner Leistung“ ausräumen, begründete Armstrong seine Wahl. In den vergangenen fünf Monaten wurden aber keine Resultate dieser Zusammenarbeit publik. Nun ging die Liaison wegen „Problemen administrativer, koordinativer und finanzieller Art“, so Stapleton, ergebnislos zu Ende.

„In der realen Welt, wenn man versucht, ein so grandioses Programm zu implementieren, wie wir es im Kopf hatten, wird es einfach so kompliziert, dass es besser ist, es nicht zu probieren“, sagte Catlin der „New York Times“. Alle seien enttäuscht, aber das Projekt, das laut Catlin nicht vertraglich besiegelt worden war, sei zu komplex und kostspielig geworden.

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