Ariane Friedrich fliegt wieder über zwei Meter

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Deutsche Presse-Agentur

Ariane Friedrich lachte und jubelte nach dem 13. Zwei-Meter-Sprung innerhalb eines Jahres, für Kugelstoßerin Petra Lammert waren die Schmerzen im lädierten rechten Ellbogen ein Schock.

„Beim Einstoßen hat es sich angefühlt, als ob mir da jemand mit vielen kleinen Messerchen reinsticht. Das war ein schmerzhaftes Warnsignal. Mein Trainer hat sofort gesagt: Hör lieber auf“, erklärte die 24-jährige deutsche WM-Hoffnung vom SC Neubrandenburg. Petra Lammert hatte sich beim Kugelstoß-Meeting in Nordhausen in Thüringen bei den Fans noch dafür entschuldigt, dass sie nicht antreten kann. 36 Stunden später gab die WM-Fünfte von 2007 Entwarnung: „Es ist nichts kaputt. Es geht schon wieder.“

Ariane Friedrich hat indes wieder zum Höhenflug angesetzt. Eine Woche nach ihrem Siegsprung von Hanau nahm die Olympia-Siebte auch im tschechischen Hustopece die zwei Meter gleich im ersten Versuch. Dreimal scheiterte die beste deutsche Hochspringerin dann knapp an 2,03 Meter. „Obwohl ich höher springen wollte, bin ich zufrieden. Vor allem die zwei Meter waren ganz sicher“, sagte die 25-Jährige, die im Olympia-Jahr 2008 unterm Hallendach schon 2,02 Meter gemeistert hatte. Am kommenden Donnerstag (29. Januar) muss Ariane Friedrich beweisen, ob sie bei der EM Anfang März in Turin zu den Favoritinnen gezählt werden darf: In Göteborg trifft die Frankfurterin auf Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien).

Die deutschen Sprint-Asse nähern sich auf dem Weg zum Hallen-Championat der Leichtathleten in Turin ihrer Bestform. Verena Sailer (Mannheim), Christian Blum (Fürth/München) und Stefan Schwab (Schwarzenbek) erfüllten über 60 Meter die EM-Norm. Sailer gewann das Finale bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Sindelfingen in 7,30 Sekunden und erfüllte damit exakt die Vorgabe. Blum blieb in München in 6,61 Sekunden sogar 5/100 Sekunden unter der geforderten Zeit; Schwab - im Vorjahr deutscher Vizemeister über 100 Meter - sprintete bei den Hallenmeisterschaften Schleswig-Holsteins und Hamburgs in 6,65 Sekunden zum Sieg. Deutschlands Top-Sprinter Tobias Unger (Kornwestheim/Ludwigsburg) schrammte in 6,68 knapp an der EM-Normzeit vorbei.

Petra Lammert hat die EM keineswegs abgeschrieben. „Ich will die gesamte Hallensaison machen und auch nach Turin“, sagte die Neubrandenburgerin der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Aber wir müssen es vorsichtig angehen, ich kann derzeit nur ein Drittel meines üblichen Trainingspensums verkraften.“ Olympia musste sie im Vorjahr wegen der Ellbogenverletzung abschreiben, für die Heim-WM im August in Berlin ist sie deshalb doppelt motiviert. Derzeit ist auch ihre Disziplin-Kollegin Nadine Kleinert angeschlagen: Die deutsche Meisterin hat sich beim Krafttraining in Magdeburg verletzt. Die Siege in Nordhausen hatten sich der Amerikaner Christian Cantwell mit dem Meeting-Rekord von 21,47 Meter und Denise Hinrichs aus Wattenscheid (18,36) erkämpft.

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