Anti-Doping-Info für DFB-Spieler

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Deutsche Presse-Agentur

Michael Ballack hat sich kritisch über das neue Anti-Doping-Meldesystem für die deutschen Fußball-Nationalspieler geäußert.

„Der Zweck ist positiv. Aber es wird teilweise massiv ins Privatleben eingegriffen“, sagte der DFB-Kapitän bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Seit dem Jahresbeginn müssen die Nationalspieler für die jeweils kommenden 90 Tage fortlaufend ihren Aufenthaltsort bei der Nationalen Anti-Doping Agentur NADA melden. „Es stößt hier und da auf Unverständnis. Es ist auf jeden Fall kritisch zu sehen“, sagte Ballack. Er selbst unterliege als Profi des FC Chelsea zusätzlich dem englischen Anti-Doping-System und werde somit doppelt kontrolliert.

Vor dem Länderspielauftakt gegen Norwegen stand für die DFB-Akteure eine Info-Veranstaltung mit Vertretern der NADA in Düsseldorf an. DFB-Internist Tim Meyer sah darin eine wesentliche Hilfestellung für die Profis. „Gerade am Anfang ist es wichtig, das System zu erläutern und den Spielern zu erklären, wie sie damit umgehen müssen“, erläuterte der Mediziner das Treffen mit den Anti-Doping-Experten. Die Profis müssen über eine Internetplattform ihre Aufenthaltsorte mitteilen. „Wir versuchen, diese Auflagen natürlich genauestens zu erfüllen“, sagte Ballack.

Die Fußball-Nationalspieler sind in der sogenannten Kategorie 2 eingeordnet, die eine Meldepflicht im Vierteljahres-Rhythmus vorsieht. Bundesliga-Spieler befinden sich in der Kategorie 3, in der nur die Mitteilung des Aufenthaltsortes der Mannschaft vorgeschrieben ist. Sportler der Kategorie 1 müssen für jeden Tag für mindestens eine Stunde präzise mitteilen, wo sie für einen eventuellen Doping-Test anzutreffen wären. Verpasste Meldepflichten hatten besonders im Eishockey für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Prominentester Fall war der Berliner DEL-Profi Florian Busch.

Der DFB betonte bei der Pressekonferenz die gute Zusammenarbeit mit der NADA. In der Saison 2007/2008 habe es 498 Trainingskontrollen und 1388 Wettkampfproben gegeben - so viele wie noch nie zuvor im deutschen Fußball.

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