Anna-Lena Grönefeld vor „schwierigem Weg“

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Deutsche Presse-Agentur

Sie schimpfte, fluchte und schaute immer wieder hilfesuchend zu ihrem Trainer Dirk Dier und Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner. Doch es half alles nichts an diesem heißen, aber windigen zweiten Turniertag in Melbourne.

Mit einer bitteren 1:6, 4:6-Pleite gegen die Britin Elena Baltacha verabschiedete sich Anna-Lena Grönefeld schon nach ihrem ersten Match von den Australian Open 2009. Dabei soll dieses Jahr der große Neuanfang im Leben der Tennisspielerin Anna-Lena Grönefeld werden. „Ich bin auf einem schwierigen Weg zurück und habe noch einige Matches vor mir“, sagte die 23 Jahre alte Nordhornerin.

Nach ihrem gelungenen Comeback im vergangenen Jahr und dem überraschenden Achtelfinal-Einzug bei den US Open war die Weltranglisten-71. gegen die 63 Plätze tiefer notierte Qualifikantin aus Großbritannien Favoritin. Sie kam damit ebenso wenig zurecht wie mit den Wetterbedingungen auf dem zugigen Platz Nummer 10. „Ich spiele so schlecht“, rief sie nach einer leichten Vorhand ins Netz. Nach 27 Minuten war der erste Satz verloren. Ihr gefürchteter Aufschlag kam nicht so druckvoll wie sonst, gegen den knallharten Service ihrer zwei Jahre älteren Gegnerin fand sie keine Gegenwehr. Selbst eine 4:1-Führung im zweiten Durchgang wusste Grönefeld nicht zu nutzen.

„Ich wusste nicht, was ich heute auf dem Platz gemacht habe. Ich habe keinen Ball getroffen“, sagte sie frustriert. „Ich könnte meinen Schläger an die Wand schmeißen.“ Auch mit dem starken Wind haderte sie, wollte das aber „nicht als Entschuldigung“ geltenlassen.

Im vergangenen Jahr war die French-Open-Viertelfinalistin von 2006 nach ihrer Auszeit und dem Drama um die Trennung von ihrem einstigen Trainer Rafael Font de Mora scheinbar gestärkt und mit neuem Selbstvertrauen auf die Tennis-Tour zurückgekehrt. Nachdem sie 2007 auf Platz 205 der Weltrangliste abgestürzt war, schuftete sie sich auf Rang 71 zurück. Bis zur Position 14, auf der Anna-Lena Grönefeld im April 2006 erstmals stand, ist es aber noch ein weiter Weg.

„Das läuft nicht alles einfach so an einem vorbei“, hatte die Fed-Cup-Spielerin in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ eingeräumt. „Es dauert einfach auch seine Zeit, bis das auch mental geklärt ist, bis es endgültig vorbei ist.“ Die Zeit unter Font de Mora ist nun aber Vergangenheit. Man könne schon sagen, „dass jetzt ein neues Kapitel in meinem Leben aufgeschlagen wird“, hatte die Nordhornerin in dem Interview gesagt. Das Kapitel Australian Open 2009 allerdings ist schon wieder Geschichte.

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