Angerer Zweiter bei Trondheim-Marathon

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Deutsche Presse-Agentur

Tobias Angerer als Zweiter auf dem Podest, Evi Sachenbacher-Stehle mit dem besten Saisonergebnis - die deutschen Langläufer haben nach der Blamage von Lahti beim Weltcup-Marathon in Trondheim wieder aufhorchen lassen.

Besonders die Damen überzeugten über 30 Kilometer im klassischen Stil und machten ihrem Trainer Ismo Hämäläinen ein Abschiedsgeschenk. Der Finne hatte kurz vor dem Wettbewerb seine Kündigung eingereicht und war abgereist. Sein Nachfolger wird der Oberwiesenthaler Janko Neuber.

„Ismo Hämäläinen hat in den vergangenen drei Jahren einige gute Ideen und konzeptionelle Ansätze entwickelt“, erklärte der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), Thomas Pfüller. „Leider war es ihm aber innerhalb unserer deutschen Strukturen nicht möglich, alles wie geplant umzusetzen. Zuletzt konnten wir deshalb bei unseren Weltcup-Athletinnen - von wenigen Ausnahmen abgesehen - keine positive Entwicklung mehr erkennen. Mit Blick auf die anstehende olympische Saison hätten wir also ohnehin etwas an unserem System ändern müssen. Ohne Zweifel ist Hämäläinen aber ein hervorragender Langlauf-Trainer, den wir sehr gerne in unserem Trainerstab behalten hätten“, sagte Pfüller. Hämäläinen hatte seinen Rückzug mit privaten Problemen begründet.

„In Zukunft möchte ich einfach wieder häufiger bei meiner Familie in Finnland sein. Meine Tochter ist jetzt neun Jahre alt, und ich habe durch meinen Beruf nur die Hälfte ihres bisherigen Lebens miterleben können“, sagte der Finne. Seine Damen nahmen es mit großem Bedauern zur Kenntnis, zeigten in der Loipe beim Sieg der Weltcup- Spitzenreiterin Petra Majdic (Slowenien) aber Charakter. Besonders Evi Sachenbacher-Stehle. „Ich bin überglücklich. Ich wusste, dass irgendwo meine Form noch da ist, ich konnte sie aber nie abrufen. Deshalb ist Platz fünf für mich ein großartiger Erfolg“, sagte die Bayerin und erntete auch Lob von Bundestrainer Jochen Behle: „Wenn das ein Abschiedsgeschenk für Ismo ist, dann hat er es sich redlich verdient. Evi hat sich sehr gut verkauft“, sagte der Cheftrainer. Platz 26 für Sprint-Spezialistin Manuela Henkel (Oberhof) freute ihn zusätzlich. Denn dadurch kann er in der nächsten Saison fünf Athletinnen an den Start bringen.

Jubel gab es bei Tobias Angerer. Nachdem er sich bereits beim Marathon bei der Weltmeisterschaft in der freien Technik Bronze geholt hatte, wurde er in Trondheim hinter dem Finnen Sami Jauhojärvi Zweiter. „Es war ein tolles Rennen und es hat riesigen Spaß gemacht“, sagte der Vachendorfer, den auch ein Stockbruch nach der ersten Runde nicht aus dem Konzept brachte, obwohl er dann rund sechs Kilometer mit einem viel zu langen Ersatzstock unterwegs war. „Das hat ganz schön Kraft gekostet“, sagte Angerer, der das Privatduell mit dem neuen Weltcup-Spitzenreiter Petter Northug (Norwegen) diesmal für sich entschied. Einen Tag nach seinem 30. Geburtstag war Jens Filbrich (Frankenhain) mit Rang neun nicht ganz zufrieden. „Ich wollte in Richtung Podium laufen und hätte es sicher auch drauf gehabt“, meinte der Thüringer.

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