Angekommen in der Weltspitze

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 Simon Diesch und Philipp Authenrieth (rechts) haben vor Marseille ein Spitzenergebnis erzielt.
Simon Diesch und Philipp Authenrieth (rechts) haben vor Marseille ein Spitzenergebnis erzielt. (Foto: Pedro Martinez)
Volker Göbner

Mit Platz sechs beim Weltcupfinale in Marseille haben die 470er-Segler Simon Diesch (Württembergischer Yacht-Club, Friedrichshafen) und Philipp Autenrieth (Bayerischer YC) ein weiteres Spitzenergebnis eingefahren. Bei überwiegend mittlerem bis starkem Wind waren die beiden – einziges deutsches Team im Feld der 29 Mannschaften bei den Männern – sehr gut in Fahrt, erzielten da durchweg einstellige Ergebnisse. Am Start an der französischen Mittelmeerküste war die komplette Weltelite.

„Der viele Wind hat uns in die Karten gespielt“, sagt Steuermann Simon Diesch. Vor allem aber hatte das Team nicht aufgegeben, wenn es mal in einer schlechten Position war. Und am vorletzten Tag gelang sogar bei recht leichtem Wind, sonst immer eine Problemzone der Deutschen, ein dritter Platz. Dabei waren Diesch und Autenrieth in dieser Wettfahrt an der ersten Wendemarke nur etwa Zwölfte. „Wir hatten einen guten Bootsspeed – sonst gelingt so eine Aufholjagd nicht“, sagt Diesch.

Nach zehn Wettfahrten waren Diesch/Autenrieth als Sechste ins „Medal Race“ der besten zehn Mannschaften gegangen. Nach einem guten Start führten sie da auf der ersten Kreuzstrecke sogar, doch der leichte Wind brach zusammen, das Rennen wurde abgebrochen – „fairerweise“, wie der Friedrichshafener betont. Im zweiten Startversuch verhielten sie sich zu passiv, verschätzten sich mit dem Abstand zur Startlinie und ließen noch ein Boot vor dem Bug passieren. Nachher mussten die Deutschen um den Anschluss an das Spitzenfeld kämpfen, doch die Aufholjagd war erfolgreich. Als Fünfte kamen sie ins Ziel. Das änderte am Gesamtergebnis – Platz sechs für Diesch/Autenrieth – aber nichts mehr. Voriges Jahr segelten sie in dem Weltcupfinale auf Rang 15, verbesserten sich also um neun Plätze.

„Wir sind super happy mit dem sechsten Platz“, meint Simon Diesch. Zumal die Spitzenteams der Weltrangliste gezielt auf dieses Weltcupfinale hingearbeitet hatten. „Jeder wollte seine Position deutlich machen“, sagt Diesch. Denn die nächste große internationale Regatta der 470er ist die Weltmeisterschaft Anfang August in Japan. Bei der Kieler Woche Ende Juni sind die 470er dieses Mal wegen dieser Terminnähe nicht vertreten. Nur die deutschen Kadersegler hatten auf Veranlassung des Verbands gemeldet, sodass diese Regatta für die 470er kürzlich abgesagt wurde. Der zweite 470er von Diesch/Autenrieth ist im Container schon auf dem Weg nach Japan.

Das Ergebnis im Weltcupfinale und Platz acht bei der Europameisterschaft vor vier Wochen verhalfen dem deutschen Team in der am Donnerstag aktualisierten Weltrangliste von Platz 23 auf 18. Damit sind Simon Diesch und Philipp Autenrieth derzeit bestes deutsches 470er-Team bei den Männern.

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