Allstar Game für Nowitzki Last und Ehre

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Deutsche Presse-Agentur

Das Schaulaufen der besten Korbjäger der Welt elektrisiert in den USA seit Tagen die Massen, doch das 58. Allstar Game der NBA ist für Deutschlands Basketball-Superstar Dirk Nowitzki Auszeichnung und Last zugleich.

„Es ist die größte Ehre, die Mavericks beim Allstar Game zu vertreten, aber ein paar Tage frei wären nach dem langen Sommer auch nicht schlecht“, sagte Nowitzki vor der großen Show in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona am 15. Februar. Bevor sich der Würzburger auf den Weg zum Treffen der Ausnahmekönner machte, musste er mit den Dallas Mavericks noch eine unglückliche 92:99 gegen Titelverteidiger Boston Celtics hinnehmen. Die Celtics gehen dadurch mit den meisten Siegen (44) in die kurze Ligapause.

„Die Niederlage tut weh, aber ich bin stolz auf die Jungs. Wir haben gefightet, es war richtige Playoff-Atmosphäre in der Halle“, sagte Nowitzki, mit 37 Punkten wieder einmal bester Werfer bei den Mavericks. Der 30-Jährige lieferte sich vor allem mit Celtics-Star Kevin Garnett heiße Duelle. Matchwinner bei Boston war mit Paul Pierce aber ein anderer. Der Forward erzielte 18 seiner 31 Zähler im Schlussviertel und zermürbte damit die Gastgeber, die im dritten Viertel noch mit 15 Punkten geführt hatten (65:50).

Die „Schuld“ an der Galavorstellung von Pierce übernahm „Mavs“-Coach Rick Carlisle. „Ich hätte von der Bank aus mehr eingreifen müssen, deshalb nehme ich die Niederlage auf meine Kappe“, sagte der Dallas-Trainer. Nowitzki hat von Carlisle, der vor der Saison Avery Johnson abgelöst hatte, dennoch eine hohe Meinung: „Wir sind mit ihm sehr zufrieden. Man kann mit ihm über alles reden, das war bei Avery zuletzt nicht mehr der Fall.“

Der 2,13-Meter-Riese sieht dem weiteren Saisonverlauf optimistisch entgegen, auch wenn die „Mavs“ zur Saisonhalbzeit mit 31 Siegen und 21 Niederlagen die schlechteste Bilanz seit neun Jahren aufweisen. „Wir finden immer besser zusammen. Wenn wir gut verteidigen und nicht noch mehr Verletzungspech haben, können wir in die Liga jeden schlagen“, erklärte der Kapitän der Texaner.

Doch bevor Nowitzki mit Dallas am 18. Februar gegen New Jersey weiter um die Playoff-Teilnahme kämpft, will er zunächst einmal das Wochenende mit den Stars der Branche genießen. „Es ist immer wieder schön, mit den Jungs zusammen zu sein und einmal nicht den großen Druck zu spüren“, sagte der Würzburger. Der Vergleich der besten Spieler aus dem Westen gegen die Top-Akteure aus dem Osten ist immer auch eine Hommage an die Offensive. Seit 1973 erzielten beiden Teams immer mehr als 100 Zähler. Die Bilanz spricht für den Osten, der 35 der bisher 57 Duelle für sich entscheiden konnte.

Osten: Allen Iverson (Detroit), Dwyane Wade (Miami), LeBron James (Cleveland), Kevin Garnett (Boston), Dwight Howard (Orlando), Joe Johnson (Atlanta), Ray Allen (Boston), Danny Granger (Indiana), Paul Pierce (Boston), Mo Williams (Cleveland), Devin Harris (New Jersey), Rashard Lewis (Orlando). Coach: Mike Brown (Cleveland)

Westen: Kobe Bryant (L. A. Lakers), Chris Paul (New Orleans), Tim Duncan (San Antonio), Amare Stoudemire (Phoenix), Yao Ming (Houston), Dirk Nowitzki (Dallas), Shaquille O'Neal (Phoenix), Brandon Roy (Portland), Chauncey Billups (Denver), Pau Gasol (L. A. Lakers), David West (New Orleans), Tony Parker (San Antonio). Coach: Phil Jackson (L. A. Lakers)

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