ALBA grübelt über bitteren Last-Minute-Schock

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Deutsche Presse-Agentur

Der Schock saß auch am Tag nach der Last-Minute- Niederlage noch tief - viel Zeit aber bleibt ALBA Berlin nicht für den Kampf gegen das Real-Madrid-Trauma. Eigentlich hatte der achtfache deutsche Meister den 30-maligen spanischen Titelträger schon im Sack.

Doch ALBA vergaß, diesen einfach zuzubinden. „Wir haben nicht zugegriffen“, ärgerte sich Trainer Luka Pavicevic nach dem 84:87 am zweiten Spieltag der Euroleague-Zwischenrunde. „Wir müssen das Spiel einfach vergessen, obwohl es ein schönes Gefühl mit einer tollen Atmosphäre war“, sagte Aleksandar Nadjfeji, der mit 19 Punkten nach Julius Jenkins (21) der erfolgreichste Berliner Schütze war.

Schon mit 18 Punkten Vorsprung hatten die Gastgeber gegen den erfolgreichsten Basketball-Verein Europas, der jetzt mit zwei Siegen die Tabellenspitze der Gruppe F vor dem FC Barcelona und Maccabi Tel Aviv (je 1) sowie ALBA (0) übernommen hat, geführt. Bei den 11 045 Zuschauern in der O2 World herrschte unverhoffte Feierstimmung. Umso schmerzhafter war der Absturz, als der beste Madrilene Louis Bullock (19 Punkte) 17 Sekunden vor dem Ende die Gäste erstmals in Front warf. „Du darfst gegen eine Mannschaft wie Real die gute Defensive nicht aufgeben“, benannte Pavicevic einen entscheidenden Grund für die bittere Wende. Zudem hatte Madrid wie befürchtet mit 36:25- Rebounds ein klares Übergewicht unter den Körben.

„Es ist ärgerlich, wenn man nur draußen sitzt“, kommentierte der verletzte Auswahl-Center Patrick Femerling seine passive Rolle. Doch wie seine Kollegen auf dem Feld versuchte er bei allem Schmerz, auch Positives zu sehen: „Es gibt Sachen, auf die man aufbauen muss.“ Und sein Auswahl-Kollege Steffen Hamann schloss mit Hinweis auf die Ausnahmestellung des achtmaligen Europacup-Siegers Real an: „Wir haben guten Basketball gespielt und müssen jetzt den Kopf oben behalten. Kleinigkeiten haben entschieden.“ Den ganz stillen Traum, vielleicht doch das Unmögliche möglich zu machen und ins Viertelfinale einzuziehen, wollte aber kein Berliner mehr erwähnen.

Zumindest aber zeigten die Berliner wieder einmal ihre Möglichkeiten, zumindest in eigener Halle einen der ganz Großen Europas schlagen zu können. Die nächste Chance gibt es am 26. Februar, wenn der FC Barcelona in die deutsche Hauptstadt kommt. Doch zuvor muss ALBA in der Bundesliga noch nach Bonn und in der Europa- Liga nach Barcelona - keine Zeit für ein Trauma. „Auch in der zweiten Halbzeit gegen Real war nicht alles Schrott, ich habe eine starke ALBA-Mannschaft gesehen“, betonte Zwangs-Zuschauer Femerling.

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