Ajax gegen Feyenoord: 5 Jahre ohne Fanbegleitung

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

Vorübergehendes Aus für Fan-Reisen zum niederländischen Fußball-Klassiker: Nach erneut heftigen Krawallen dürfen sich die Erzrivalen Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam künftig nicht mehr von ihren Anhängern zu Spielen gegeneinander begleiten lassen.

Das Fan-Verbot beschlossen die Bürgermeister beider Städte gemeinsam mit dem Königlich Niederländischen Fußball-Verband (KNVB) bei einer Krisensitzung. Es soll fünf Jahre gelten, allerdings nach zwei Jahren überprüft werden.

Den Beschluss hatten Amsterdams Bürgermeister Job Cohen und sein Rotterdamer Kollege Ahmed Aboutaleb vor der jüngsten Begegnung der beiden Clubs der niederländischen Ehrendivision in Amsterdam bereits angedroht. Dennoch kam es am Rande des von Ajax mit 2:0 gewonnenen Spiels wieder zu Ausschreitungen und Hass-Rufen. Rund 30 Randalierer wurden festgenommen, als sie Feyenoord-Fans außerhalb des Stadions mit Flaschen bewarfen. Zudem wurde die Partie wieder von vereinzelten antisemitischen Sprechchören Rotterdamer Fans begleitet. Die Rufe zielten darauf ab, dass Amsterdams Stadtoberhaupt Jude und Rotterdams Bürgermeister Muslim ist.

Beide Politiker, die seit Jahren freundschaftlich verbunden sind und der Sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvDA) angehören, verurteilten die Ausschreitungen. Das „unbegreifliche“ Verhalten der Randalierer sei einfach nicht hinnehmbar, erklärten sie nach der Krisensitzung. Dabei hatten sie sich unter anderem Video-Aufnahmen randalierender Fans angesehen. Zugleich äußerten die Bürgermeister ihr Bedauern, dass von dem Verbot auch die „echten Fußball-Liebhaber“ auf beiden Seiten betroffen seien.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen