5,00 m: Issinbajewa mit Rekord - Friedrich stark

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Deutsche Presse-Agentur

Mit zwei Weltrekord-Paukenschlägen ist die russische Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa furios ins WM-Jahr gestartet. Als erste Frau der Welt überquerte die 26-Jährige beim Leichtathletik-Meeting im ukrainischen Donezk 5,00 Meter auch unterm Hallen-Dach.

Bei 4,97 Metern jubelten die Fans zunächst über den 25. Weltrekord, die fünf Meter waren dann die Bestmarke Nr. 26 für die Überfliegerin. Vor knapp einem Jahr hatte Issinbajewa an gleicher Stelle mit 4,95 Meter die bisherige Top-Höhe gemeistert. Am 22. Juli 2005 knackte sie als erste Stabhochspringerin überhaupt die magische Fünf-Meter-Marke im Freien. Bei den Peking-Spielen stellte sie mit 5,05 Meter den bis dato gültigen Freiluft-Weltrekord auf.

Diesmal stahl Issinbajewa dem Olympiasieger Steve Hooker die Schau, obwohl der Australier ebenfalls Weltrekord auflegen ließ. Doch 6,16 Meter waren (noch) zu hoch für den Jäger von Sergej Bubka: Der Ukrainer hatte sich zur noch heute gültige Bestmarke (6,15 Meter) ebenfalls in Donezk aufgeschwungen - allerdings schon vor 16 Jahren, am 21. Februar 1993.

Für den sportlichen Höhepunkt des Wochenendes aus deutscher Sicht sorgte Hochspringerin Ariane Friedrich, die beim Hallen-Meeting in Karlsruhe mit 2,05 Meter eine Weltjahresbestleistung erzielte und Weltmeisterin Blanka Vlasic auf Platz zwei verwies. Im ersten Duell zwischen den beiden Konkurrentinnen in diesem Winter scheiterte die Olympia-Siebte aus Frankfurt/Main erst an der Einstellung des deutschen Rekords von 2,07 Meter. Diese Bestmarke hatte Heike Henkel 1992 ebenfalls in der Europahalle aufgestellt. Die Olympiasiegerin von Barcelona war unter den 3500 Zuschauern und feuerte Friedrich mit an. Die Kroatin Vlasic meisterte die 2,05 zwar auch, musste sich aber mit dem zweiten Platz begnügen.

Hooker setzte seine Höhenjagd fort - in Donezk blieb der Australier im vierten Hallenmeeting ungeschlagen. In Paris-Bercy überquerte er zum dritten Mal in diesem Winter die Sechs-Meter-Marke, scheiterte aber erneut am Weltrekord. „Mein letzter Versuch war gut. Ich hoffe, in den nächsten Tagen bin ich frischer“, sagte Hooker nach den gerissenen 6,16 Meter. Zuvor hatte er in New York 6,01 und in Boston 6,06 Meter gemeistert, in Paris siegte er mit 6,00 Metern.

Einen starken Saisonstart feierte der schnellste Mann der Welt: Usain Bolt lief über die 400 Meter im heimischen Kingston gute 46,35 Sekunden. „Ich bin noch nicht in bester Form, doch ich bin froh so gut durchgekommen zu sein“, sagte der dreifache Sprint- Olympiasieger aus Jamaika nach seinem Freiluft-Einstand, der von zehn Fernsehteams aus aller Welt verfolgt wurde. „Die letzte Saison hatte ich mit 46,9 Sekunden begonnen, deshalb ist es eine gute Zeit.“ Auf die Hallen- Saison hatte Bolt, der bei den Peking-Spielen die Weltrekorde über 100 Meter (9,69 Sekunden) und 200 Meter (19,30 Sekunden) verbessert hatte, verzichtet.

Von Hookers Höhen können die zur Weltklasse zählenden deutschen Stabhochspringer in diesem Winter nur träumen. Bei dem parallel zu Paris stattfindenden Hallen-Meeting am Freitagabend in Düsseldorf konnte nur der 23-jährige Tobias Scherbath überzeugen. Nach seinen in Stuttgart erreichten 5,76 Meter ließ er die namhafte konkurrenz mit 5,70 Meter hinter sich und liegt auf Kurs zur Hallen-EM Anfang März in Turin. Eine Woche vor den nationalen Titelkämpfen in Leipzig fehlt den Stars noch die Form: Der WM-Dritte Danny Ecker (5,50 Meter), der Olympia-Achte Raphael Holzdeppe und Routinier Tim Lobinger (je 5,40) mussten kleine Brötchen backen. „Mein Ziel ist eine Medaille in Leipzig und das EM- Ticket“, sagte Scherbath.

Eine Leistungsgrenze der Leichtathletik hat auch der französische Newcomer Teddy Tamgho im Visier. Der erst 19-jährige U20-Weltmeister im Dreisprung landete in Paris bei 17,58 Meter und verfehlte den nationalen Rekord nur um einen Zentimeter. „Bei einem Fehlversuch bin ich sicher noch 15 bis 20 Zentimeter weiter gesprungen, dass waren über 17,80 Meter“, meinte Tamgho, der selbstbewusst hinzufügte: „Ich denke, ich habe Weltrekord-Potenzial.“

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